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Gun Barrel: Brace For Impact

Rock’n’Roll mit dem notwendig arschtretenden Rotzfaktor
Wertung: 8.5/10
Genre: Heavy Rock’n’Roll
Spielzeit: 47:24
Release: 23.03.2012
Label: Massacre Records

Unbestritten sind die Köln/ Bonner Gun Barrel ein nicht mehr wegzudenkender Teil der heimischen Szene und auch den internationalen Erfolg haben sie sich nicht als belanglose Kapelle erarbeitet. Während viele Bands an den Personalwechseln an der Frontposition zerbrechen oder wenigstens stagnieren, so zaubert diese Heavy-Rock-Truppe einmal mehr ein Sangestalent aus dem Hut, dass man sich nicht nur überrascht die Äuglein reibt, sondern auch den Blumenkohl aus den Gehörgängen putzen kann.

Der Neue, direkt aus dem Bandumfeld verhaftete Patrick Sühl, ist erst seit 2011 dabei, nachdem bekanntlich Silver für lediglich zwei Jahre 2009 den Ex-Sänger Xaver Drexler aus gesundheitlichen Gründen ersetzte, welcher mittlerweile mit Ronnie James Dio, Janis Joplin und Peter Steele per Rock’n’Roll-Quartett die himmlische Mischpoke durcheinander wirbelt. Patrick fügte sich von Beginn an harmonisch ein und wieder einmal muss man locker feststellen: Egal, wie gut Gun Barrel im Studio sind, live treten sie sprichwörtlich Arsch, hier bei The-Pit.de bestens belegt durch z.B. die Show beim Börsencrash Festival 2011.

„Brace For Impact“ ist das mittlerweile fünfte Studioalbum, vier Jahre sind schon wieder seit dem gutklassigen, aber nicht überknalligen „Outlaw Invasion“ vergangen. Da heißt es doch glatt wieder Boden gut machen, und wie könnten sich Gun Barrel schneller in diese Sphären katapultieren als mit einem Song, der genau den Spirit ihrer Live-Shows innehat? Der Titeltrack „Brace For Impact“ ist genau die Powerfaust-Ode für gemeinsame verschwitzte Headbang-Einheiten, die man sich wünscht, direkt von der vollgesauten Bühne auf den Silberling gebannt. Na, wenn das mal gut geht, schießt es da durch den Kopf, denn wenn sie gleich als erstes solch einen Knaller heraushauen, dann können sie doch hoffentlich das Niveau halten.

Aber sicher doch, was sie schnell auch mit Doublebass-Hammer „Books Of Live“ bestätigen und sich ein wenig mehr auf dem Heavy-Metal-Trip bewegen – und auch hier rocken sie wie ein Maßanzug und nicht wie Bügelware aus dem Supermarkt, vor allem der Refrain ist ein Killer mit purem Ohrwurmcharakter. Stilistisch lassen sich die Kölner nur schwer sicher einordnen, denn neben dem ihnen wohl angeborenem Rotzrock bauen sie nicht nur ein wenig Metal-Schlagseite ein, sondern holzen auch ganz gut durch die Glamwelt. „Dancing On Torpedos“ gehört z.B. dazu, erinnert teilweise an alte Guns N' Roses und setzt sich genauso schnell im Gedächtnisspeicher fest wie der Track zuvor.

Mit „With Might And Main“ schießen dann Gun Barrel nochmals den hart rockenden Vogel ab, wo selbst hartgesottene Kölsch-Plörre-Trinker auf handfeste Biersorten umsteigen; genau die richtige Hymne, um sich „bad to the bones“ zu fühlen. Mit „Turbölence & Decadence“ liefern sie eine kraftvolle Ballade, „Big Taboo“ sleazt groovig und „Start A Riot“ hardrockt lässig-locker – gute Laune ist hier vorprogrammiert auf einem Album, welches trotz eng gesteckter Genre-Grenzen mit reichlich Abwechslung punkten kann.

Bier, Schweiß und Rock’n’Roll? Genau dafür leben Gun Barrel; jede Note, jede gerissene Gitarrenseite und auch der Speichelfaden am Mikrofongitter zeugen von den heavy auftrumpfenden Rock-Geschossen aus Köln/ Bonn. Ohrwurm trifft auf Powerfaust, Energie von einem Quartett herausgefeuert, bodenständig und erdig, hartnäckig oder einfach nur Rock’n’Roll. Genau das ist es doch: Einfach nur Rock’n’Roll mit dem notwendig arschtretenden Rotzfaktor – da gibt es einfach nicht viel mehr besser zu machen. Schade nur, dass der vorliegenden Promo die Live-Chose „My Last QORN“ nicht beiliegt – diese ist der limitierten Digipak-Version vorbehalten.

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