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Gumo Maniacs: Psychomania (LP)

Die Mucke hat es in sich und bereichert sicherlich so manche Thrash-Sammlung
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 36:21
Release: 01.12.2010
Label: G.U.C.

Mit „Psychomania“ legen die Thrasher Gumo Maniacs knapp ein Jahr nach dem Debut „Priest Of Lucifer“ ihre zweite Langrille vor, und wie den Vorgänger kann man auch dieses Werk auf Vinyl erstehen. Gerade die Vinylversion dürfte für Old School Thrasher mit Sammlertraditionsbewusstsein interessant sein, bevor man zum leb- und lieblosen Silberling greift.

Viel ist über diese Bayern nicht in Erfahrung zu bringen, denn wenn man die Suchmaschinerie des weltweiten Netzes anschmeißt, findet man zwar Downloadlinks zuhauf, was natürlich recht ätzend ist, aber über die Band selbst sind Informationen spärlich gesät. Die Gumo Maniacs starteten 2007 zuerst einfach unter dem Namen Gumo und brachten zwei Demos heraus, die sich weitestgehend glichen. Zur „Promo 2“ im Jahre 2008 hatte man sich auf Gumo Maniacs erweitert, bevor dann ein Jahr später das oben schon erwähnte Debut in Eigenregie auf CD und Vinyl veröffentlicht wurde.

Zur Besprechung liegt nun hier die zweite Langrille als Vinylversion vor. Natürlich haben die Regensburger das Thrash-Rad nicht gänzlich neu erfunden, denn an allen Ecken und Kanten (mmmh, bei einem Rundling?) tropfen nur förmlich Destruction-Zitate, Slayer-Inspirationen, Heathen-Einsprengsel und weitere Einflüsse hervor. Neu erfinden mussten sie allerdings auch nicht, denn richtig frisch und knackig und vor allem authentisch krachen die Songs aus den Boxen.

Zuerst muss man natürlich die knapp 140 Gramm leichte Scheibe aus dem stabilen Cover herausfischen. In dem farbigen Innersleeve, mit allen Texten versehen, steckt die weiß marmorierte Vinylette (das Plattenlabel hatte splatter als Vinylfarbe angegeben), und auf dem Label der Platte sind Seite und Songtitel aufgedruckt. So entfällt schon einmal das Herumraten, mit welcher Seite man den startet.

Schon das Debut überraschte mit einigen richtigen Songperlen, und auch bei „Psychomania“ starten die Jungs mit dem Opener „Circles In Darkness“ gleich durch – ein Schrei, und schon stampft der erste Thrashdampfhammer los und dürfte von Anbeginn die ersten Freudentänen entlocken – Old School as fuck, immer schön auf die Zwölf, und lediglich beim Refrain wird das Tempo ein wenig gedrosselt. Auch mit dem zweiten Track „Into The Fire“ halten die Regensburger das Tempo hoch, zarte Soli, die auch jedem Heathen-Album gut zu Gesicht ständen. Vor allem sorgen sie für Abwechslung und Tempowechsel, neben der Doublebass bei den ordentlichen Thrashern zögern sie nicht, auch ruhigere Töne anzustimmen.

„Infiltration“ stampft zum Beispiel recht gemütlich durch die Gegend, und beim Refrain wird gegroovt wie Sau, während Fronter Daniel sein rauhes Organ strapaziert. Richtig balladesk endet Seite A, gezupfte Klampfe trifft auf ein harmisches Solo, und auch Daniel singt weniger kratzig die ersten Zeilen, der Track entwickelt sich zu einem fetten Groover, nimm wieder etwas Dampf heraus, und die erste Skepsis (oh Gott, die Thrasher ruinieren sich mit Balladen) weicht dem Gefühl, dass auch ruhigere Töne zu den Gumo Maniacs passen.

Noch hat man sich nach dem Gang zum Plattenteller nicht hingesetzt, da schleudern die Bayern mit „Nation Of Evil“ einen hammerharten Speed-Thrasher erster Kajüte aus der Hüfte. Die Leadgitarre dominiert eindringlich, und man zückt die Luftgitarre, um bei dem straight voranpreschenden Song nicht schon wieder nur die Nackenmuskeln zu beanspruchen. Genauso treibend hämmert auch „No Remorse“ voran, eine Doublebass-Attacke nach der anderen, und nur kurze Verschnaufpausen im Midtempobereich lassen Platz zum Luft holen, bevor dann wieder der Dampfhammer namens Riff mit aller Macht und ohne Gnade diesen alten Demosong beendet. Auch der Rauschmeißer „Maniac Metal“ wurde aus alten Demozeiten neu heausgekramt. Soundtechnisch differiert er deutlich vom Rest des Albums, aber auch hier wird die Vorliebe für ausgefeilte Soli deutlich. Das eingebaute „Ein Prosit“ hätte man sich allerdings sparen können und war auch vor zwei oder drei Jahren schon nicht mehr originell.

Die bayrischen Thrasher Gumo Maniacs haben ein überraschend kurzweiliges Thrashscheibchen auf dem Markt gebracht und dürften den Marktgesetzen zur Folge trotzdem nur eine Randerscheinung bleiben – an der Scheibe liegt es nicht, doch auch wenn Old School heutzutage mehr denn je wieder angesagt ist, laufen viele Fans eher den alten Helden hinterher, als sich auch einmal neuen und frischen Bands zuzuwenden. Zwar verleitet das langweilige Cover nicht gerade zum Griff ins Plattenregal, aber die Mucke hat es in sich und bereichert sicherlich so manche Thrash-Sammlung mit einem teutonischen Eigengewächs. Für die musikalischen Ergüsse gibt es 7,5 Punkte, und ein halber Punkt kommt noch für die Vinylvariante oben drauf.

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