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Guerrilla: Kickstart Revolution

Thrash Metal und Bud Spencer - eine starke Mischung
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Thrash Metal
Spielzeit: 40:29
Release: 17.01.2010
Label: Eigenproduktion

Nein Ben, du machst jetzt keinen „Herz und Verstand“-Witz, nur weil dich das Cover dazu animiert. Dabei bin ich ja nur froh, dass der Wahlspruch der Band „Thrash Metal mit Herz und Schwanz“ nicht visuell verewigt wurde. Aber ich schweife ab, denn Guerrilla sind tatsächlich keine Unbekannten mehr und wer aus dem Raum Köln kommt, könnte in den letzten 15 Jahren schon Gelegenheit gehabt haben, die Thrasher auf der Bühne zu sehen. „Kickstart Revolution“ ist das berühmte dritte Album und soll der Band endlich zu größerer Bekanntheit verhelfen. Fünf Jahre haben sie sich dafür Zeit gelassen und es scheint sich gelohnt zu haben. Der von Scumfeed Productions geschneiderte Sound ist wirklich gut gelungen und auch musikalisch haben die Kölner einiges richtig gemacht.

Die Rahmenbedingungen stimmen und „Into The Mire“ mit einem Zitat von Bud Spencer beginnen zu lassen, grenzt an Genialität. Glücklicherweise ist auch der Song selbst ein guter Einstand geworden. Man prescht nicht gnadenlos nach vorne los, sondern beweist auch ein gutes Gespür für Melodien, die bereichern und nicht verwässern. An dieser Mischung sind schon ganz andere gescheitert, aber Guerrilla haben anscheinend genau das richtige Gespür und erinnern vereinzelt sogar an Forbidden. Ein großes Lob an das Gitarrenduo Slapke und Bartkowski, die jedem Lied auf „Kickstart Revolution“ die richtige Seele einhauchen und sich dennoch nie künstlich in den Vordergrund spielen müssen. Im Fußball würde man das eine geschlossenen Mannschaftsleistung nennen, denn hier greift alles ineinander und funktioniert. Am Gesang könnten sich die Geister scheiden, aber wer sich an Death-/Thrash-Metal-artigem Gesang stört, sollte wohl auch keine Band aus diesem Genre in den Player schieben. Mich erinnern Guerrilla häufig positiv an die letzten Alben von Susperia.

Von diesen haben sie auch das Problem „übernommen“ (ich werfe der Band nicht vor, Susperia zu kopieren; ich fühle mich nur ein wenig an sie erinnert), dass das Niveau nicht durchgängig auf dem Level der ersten Songs bleibt und hier und da vielleicht ein wenig mehr Tempo nicht das schlechteste wäre. Außerdem könnte auch der Gesang ein wenig mehr Abwechslung vertragen, ist aber weit davon entfernt an den Nerven zu zerren. Abgesehen von diesen Kritikpunkten kann die Scheibe aber mit überzeugenden Argumenten wie dem groovigen „Plagueraiser“ aufwarten. Wem dieser Song nicht direkt in den Nacken geht, wird wohl in diesem Leben kein Thrash Metal-Fan mehr. Der Gastauftritt von Jack Slaters „Horn“ rundet die Sache dann noch perfekt ab.

Als weiterer Gast hat sich übrigens Birx von Motorjesus bei „Cenadium Dawn“ hinter das Mikro geklemmt und damit ein weiteres Highlight der Platte veredelt. Weitere zukünftige Pflichten in der Setlist sollten „United In Demise“ (klasse Gitarren, aber wem sage ich das?!), das (Nomen est omen) melodische, fast schwedisch anmutende „Maniac Melodies“ und das eingängige „Vengeance“ werden. Mit letzterer Nummer verarbeitet das Quintett vom Rhein sogar Einflüsse, die man sonst im Dunstkreis eines Cavalera-Bruders vermutet hätte. Beendet wird das Album übrigens mit einem weiteren Zitat eines etwas korpulenten Menschen, den wohl jeder kennen dürfte. Wer wissen will, wen ich hier gerade so kryptisch umschreibe, hört sich so schnell wie möglich „Candour To Live“ an.

Für einen richtigen Genre-Hit hat es zwar diesmal noch nicht gereicht, aber wenn die Kölner am Ball bleiben (und nicht wieder fünf Jahre brauchen) sollte es doch auch damit mal klappen. Bis dahin ist man mit „Kickstart Revolution“ aber gut bedient. Das Album wurde übrigens auf der Homepage der Band zum kostenlosen Download bereitgestellt.

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