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Guano Apes: Lost (T)apes

Alte Juwelen unpoliert
Wertung: 99/10
Genre: Crossover
Spielzeit: 39:21
Release: 07.12.2006
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

Eine sehr interessante Scheibe wurde nun von Gun Records veröffentlicht. „Guano Apes – Lost (T)apes“ heißt sie. Dass es normal ist, dass Compilations erscheinen, wenn eine erfolgreiche Band stirbt, wisst ihr ja alle zu Genüge. Aber hier bekommt man eine etwas andere Zusammenstellung. Die CD besteht aus Aufnahmen aus den Jahren 1994/1995, also zu einer Zeit, als die Band noch nicht gesignt war.

Los geht der muntere Reigen mit „Your Song“. Eine muntere drauf los hopsende Nummer. Man hört direkt, dass man auf dieser CD keinen beeindruckenden Sound erwarten kann. Aber das war ja eigentlich sowieso klar. Selten können Demoversionen einen hohen Soundqualitätsstandard erfüllen.

„Hanoi (La Noix)“ kommt ziemlich schräg rüber, gerade auch wegen des seltsamen „I don`t know“ Backgroundgesang. Interessanter wird es dann beim dritten Song „Maria“, welcher es ja auch später auf die „Proud Like A God“ geschafft hat. Die doch abweichende Instrumentierung der Versionen ist schon ein besonderes Schmankerl für die Fans.

Der Song „Diokhan“, der es erst 8 Jahre später auf die „Walking On A Thin Line“ geschafft hat, zeigt hier einen doch sehr differenzierten Charme. Rauer, unpolierter und irgendwie mehr Crossover als die offizielle Studioversion.

Dann kommt mit „Open Your Eyes“ einer der größten Hits von den Guano Apes. Spätestens hier wird klar, warum die Band dann einen Plattenvertrag bekommen hat. Irgendwie ist es schon interessant zu hören, wie Sandra Nasic ohne große Technikspielereien klingt. Sie wirkt, vielleicht liegt es aber auch an der Zeit, deutlich zarter, fraulicher. Man kann jetzt nicht sagen besser oder schlechter, eben anders.

„Get Busy“ ist insgesamt näher an der Studioversion dran. „Ignaz“, welcher übrigens später unter dem Namen „Suzie“ den Weg auf „Proud Like A God“ fand, ist hier eigentlich fast noch extremer als auf dem Album. Unweigerlich kommt mir immer wieder Nina Hagen ins Gedächtnis.

„Rain“ ist für das Demo erstaunlich gut aufgenommen worden. Auch hier würde wohl noch heutzutage jede Band mit Vertragsangeboten bedacht werden. Mit „Wasserfliege“ bekommen wir hier einen Song geliefert, der früher als Opener für die Liveauftritte genutzt wurde. Eigentlich schade, dass der Song es nicht auf ein Album geschafft hat. Ich denke, er hätte mit ein paar Veränderungen und deutlich besserem Sound schon genug Potenzial gehabt.

Etwas unspektakulärer wird es dann mit „Come And Feel“ und „Running Away“. „Dreaming“ hingegen versprüht doch einiges an Charme.

Fazit: Dieses Album ist ein „Must Have“ für alle Die Hard Fans. Für die normalen Fans sollte es aber auch noch für ein „Should Have“ reichen. Für alle die, die Guano Apes noch nie wirklich gut fanden, wird dieses Album wohl auch keine Erleuchtung bringen. Für die Fans, die die Singles lieben, sollte man dann eher ein „Really Must Have?“ ansetzen. Interessant ist die Scheibe auf jeden Fall, denn wann bekommt man mal so ehrlich und unverfälscht original Songs dargeboten, zu denen man in besseren Versionen schon mal kräftig abgerockt hat. Da es sicherlich nicht fair wäre, die Songs nach aktuellem Standard zu bewerten, sehe ich davon ab. Daher kann ich auch nicht wirklich ernsthaft Anspieltipps aufzählen.

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