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Grobschnitt: Die Grobschnitt Story 2

Mehr Klamauk als beim ersten Teil, aber auch hier gilt: Value for money!
keine Wertung
Genre: Progressive Rock / Krautrock
Spielzeit: 155:55
Release: 30.04.2010
Label: MIG Music

Auch der zweite Teil der „Grobschnitt Story“ ist wieder eine höchst amüsante, qualitativ hochwertige und musikalisch starke Ansammlung von Studio- und Livematerial, Storys und Bühnenklamauk, wobei letzterer hier noch etwas mehr zum Vorschein kommt als bei Teil eins.

Ansonsten steht eindeutig das Album „Rockpommel’s Land“ bei dieser Zusammenstellung im Mittelpunkt. Es ist die Geschichte um den Schüler Ernie; diese wird zunächst äußerst unterhaltsam und ausführlich als eine Art Theaterstück wiedergegeben und anschließend in einer 17-Minuten-Version als Medley auch musikalisch dargeboten. Gerade bei jenem Stück zeigt die Band, was sie auf dem Kasten hat: Wer bei den herrlichen, harmonisch ausgefeilten Gitarrenklängen nicht die Augen schließt und in purem Genuss schwebt, muss ein Herz aus Stein haben. Ein totaler Kontrast zu kommerzielleren Tracks wie „Poona Express“ oder „Sonnenflug“, mit dem man sogar eigentlich beim Grand Prix d’Eurovision hatte teilnehmen wollen, was einmal mehr die große Bandbreite der Formation demonstriert. „Tom Apple“ (sowohl in kurzer Studio-, als auch in längerer Live-Version enthalten, letztere mit einem spektakulären Part, in dem Organist und Drummer absolut sensationell abgehen) und „My Little Girl“ wiederum gehen in die bluesige Ecke. „Severity Town“, die letzte Nummer auf CD 2, stammt ursprünglich ebenfalls von „Rockpommel’s Land“.

Eine Idee der Marke „Da muss man erst mal drauf kommen“ ist auf jeden Fall auch „Die Story von 1968“, wo Eroc, Drummer und Gründungsmitglied von Grobschnitt, seiner kleinen Tochter etwas über die ersten Gehversuche der Grobschnitt-Vorgängerband The Crew erzählt. So erfährt man quasi auf kindliche Weise eine witzige Anekdote von damals, eingebettet darin eine sehr schön rohe Version von Steppenwolfs „Born To Be Wild“.

Auf der zweiten CD sind dann „Balli Balli“ und „Die Salzmann-Show“ nur zwei Beispiele für die verrückten Show-Einfälle, die Grobschnitt hatten und die sie zwischen den Songs immer wieder boten. Bei ersterem Track offenbart ein mit dem Spitznamen „Ballermann“ gesegneter, langjähriger Roadie der Band seine Talente als Quizmaster und bittet hierbei auch drei Zuschauer auf die Bühne, während Lichttechniker Toni bei letzterem einen durchgeknallten Zahnarzt mimt – laut Booklet soll es in Hagen damals sogar tatsächlich einen Zahnarzt dieses Namens gegeben haben, bei dem Toni auch in Behandlung war. Natürlich fehlt hier das Visuelle, denn manchmal lachen die Fans eben auch dann, wenn eigentlich gerade gar keiner etwas sagt, woraus man schließen kann, dass auf der Bühne gerade irgendwelche Grimassen gezogen werden oder ähnliches, was man eben leider nicht sehen kann. Insgesamt wird bei diesem zweiten Teil wie erwähnt auch deutlich mehr auf Klamauk gesetzt als beim ersten, was Nummern wie „Der Entenmörder“, „Der Skisprung“ oder „Brutalrock“ (eine Parodie auf Johnny Cash) zusätzlich unterstreichen. Das mag nicht jedermanns Sache sein, war aber nun mal ein nicht unerheblicher Bestandteil von Grobschnitt. Eine DVD-Veröffentlichung wäre da natürlich hilfreich, um den Grobschnitt-Humor auch visuell zu erfassen.

Beachtenswert ist auch beim zweiten Teil wieder das Booklet, bei dem diesmal sogar zu jedem einzelnen Track Linernotes in deutsch und in englisch angegeben sind. Beide CDs dauern wieder jeweils knapp 80 Minuten, sodass man auch beim zweiten Part Musikgeschichtsnachhilfe über diese Ausnahmecombo mit einem Kauf nicht viel falsch machen kann, auch wenn hier wesentlich mehr als bei Part eins herumgealbert wird. Wen das stört, der wird mit den Live-Performances von „Rockpommel’s Land“ und „Tom Apple“ mehr als entschädigt.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann