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GR:MM: Treibgut

EP Nummer zwei sucht sich einen Platz in der Riege deutschsprachiger Indie-Bands
Wertung: 7,5/10
Genre: Indie Rock, Emo
Spielzeit: 15:07
Release: 28.09.2018
Label: Midsummer Records

Die vierköpfigen GR:MM aus Braunschweig sind auf den ersten Blick erst mal nur eine weitere Indie-Veröffentlichung, die folgerichtig bei den mighty mights Midsummer Records erscheint. Ein bisschen Emo, Pop, Punk und Rock, dazu deutsche Texte, das ist nun beim besten Willen nichts Neues mehr und lockt zwar Fans des Genres, aber ansonsten wahrscheinlich nur noch Studenten (was meist ein und dieselbe Schnittmenge ist) hinterm Ofen hervor. Trotzdem machen GR:MM einiges richtig und auch anders: Da wäre natürlich die ungewöhnliche Schreibweise des Bandnamens, die sofort ins Auge springt, außerdem wurde die zweite EP „Treibgut“, die aktuell seit Ende September zum Hören und Anfassen bereitsteht, auf Vinyl gepresst – limitiert auf 500 Stück, verpackt in einem sehr hübschen, nautischen Artwork.

Jetzt geht‘s ans Musikalische: Bis auf den Schlagzeuger sind alle Bandmitglieder an den Vocals beteiligt, was immer ein zweischneidiges Schwert ist, auf „Treibgut“ aber ganz gut funktioniert, obwohl teils etwas nasale Ausflüge stattfinden. Im Voraus wurde bereits die erste Single „Alles gut“ ausgekoppelt, die ebenfalls ein ambivalentes Gefühl hinterlässt: Zwar zeigen die GR:MM-Jungs schon hier, dass sie einen Sinn dafür haben, scheinbare 08/15-Songs mit teils recht schrägen Melodien zu versehen und aufzuwerten; Textzeilen wie „Bitte lieb mich/Ich lieb mich nicht“ neigen dann zwar dazu, einen dicken Ohrwurm zu hinterlassen, sind aber doch ein bisschen sehr pathetisch, man möchte fast sagen, verzweifelt. Also Jungs, wirklich. Ihr habt doch sicher genug pseudo-psychologisches Knowhow, um zu wissen: Wer sich nicht selbst liebt, kann auch von anderen nicht geliebt werden.

Andererseits scheint sich die Truppe zumindest in den sozialen Medien großer Beliebtheit zu erfreuen und Stücke wie „Petrichor“ (gibt schon einen Pluspunkt nur für den Titel, ihr Lieben) oder auch das perlige „Feuerwerk“ (mit seiner etwas umständlichen Grammatik) zeigen dann auch auf, dass GR:MM eine Band sind, mit der man in Zukunft im Indie-Rock rechnen sollte. Da wird dann beim finalen „Distanzen“ sogar ein wenig Geschrei mit eingestreut, das einem – seien wir mal ehrlich – auf der Platte in weiten Teilen ein bisschen fehlt, im letzten Stück aber wohl dosiert für einen erhobenen Daumen sorgt.

Erwähnenswert ist natürlich auch noch das gar nicht mal so kleine Feature von Forkupines-Sänger Simon Skott, der nicht nur bei „Treibgut“ seinen Senf dazugeben darf, sondern auch bei den Lyrics von „Distanzen“ seine Finger mit im Spiel hat. Auch ersteres ist ein Stück, das man gut und gerne auf die Anspieltippliste setzen kann, wird hier doch auf einem fluffigen Pop-Punk-Fundament aufgebaut und das Ganze mit ordentlich Indie-Rock gewürzt. Das i-Tüpfelchen ist hier aber auf jeden Fall die durch Mark und Bein gehende Leadgitarre – und genau solche Momente sind es dann auch, die „Treibgut“ als EP zu einem Stück Musik macht, die man sich als Indie-Rock-Fan ins Regal stellen sollte. Nicht durchgängig genial, aber doch mit spürbar viel Herzblut aufgenommen, können die Braunschweiger hier, wenn auch erst nach mehreren Durchgängen, einige Pluspunkte einsacken. Unterm Strich kommt man hier auf 7,5 Zähler, was die Band zumindest am oberen Drittel kratzen lässt.

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