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Grit: Shrades Of Tales

Spritziges Indie-Debüt aus Frankreich
Wertung: 7,5/10
Genre: Alternativ
Spielzeit: 37:33
Release: 25.08.2017
Label: Greasy Records/Bertus

Mit Informationen zur Bandbiografie hält man sich im Lager von Grit recht bedeckt. Aber immerhin ist zu erfahren, dass der Vierer bisher drei EPs veröffentlichte. Mit „Shrades Of Tales“ wird ihre Discografie nun um das erste Full-Length-Album erweitert. Wiederzufinden sind hier die bisher veröffentlichten Songs und sechs neue Titel.

Die zweite Info überrascht dann doch etwas, Grit kommen aus Frankreich und man ist durchaus froh, dass man diese Tatsache erst nach dem ersten Lauschangriff aufgesogen hat - klingen die Vertreter des Heimatslandes doch hin und wieder so, als hätten sie die Werke abstrakter Maler vertont. Mag sein, dass hier einiges an Vorurteilen mitschwingt, aber immerhin werden diese mit dem vorgelegten Album definitiv abgebaut. Grit bieten straighten Alternativ-Rock, der ohne viele Schnörkel daher kommt, bei dem dafür Eingängigkeit und verzerrte Gitarren oberstes Gebot sind.

Mit „Time Out“ startet man schon recht vielversprechend in das Album und mit den darauffolgenden „Others“ und „Sisters“ gelingt den Parisern gar noch eine Steigerung. Dabei setzen sie, wie bei fast allen anderen Songs auch, auf eine Mischung von härteren Passagen und einem ruhigen Anteil, der stellenweise mit einem Hauch von Pop-Appeal angereichert wird. Wobei man nie das Gefühl hat, dass der Vierer auch nur ansatzweise in eine zu sentimentale oder gar schnulzige Richtung abgleiten könnte, zu sehr bestimmen die kreischenden Gitarren die Songs, was „Shrades Of Tales“ eine kratzige Aura beschert. Gerade bei „Sisters“ spürt man sehr deutlich die Kantigkeit, zudem legen Grit hier ein anständiges Tempo vor und können im ausgedehnten Instrumentalpart ebenfalls glänzen, was dem Ganzen einen zusätzlichen Live-Charakter gibt.

Als großen Pluspunkt des Albums möchte man außerdem die Abstimmung  und Aufreihung der Titel benennen. Die elf Tracks stehen in einem Fluss und die Scheibe zeigt sich ungemein bündig, dabei sind die Übergänge der Stücke teils kaum spürbar. So mündet „Kind Of Grit“, in dem eine Kneipenatmosphäre eingefangen wird, direkt in „Ready Or Not“ und bietet mit diesem einen direktes Zusammenspiel. Ebenso übergangslos präsentieren sich das pulsierende „Divided By One“ und „Divided By Two“, welches bis auf eine kurze Wortsequenz als Instrumentalstück fungiert. Wobei der zweite Part mit seinem Dynamikzugewinn, seinem energetischen Mittelteil und den gut gesetzten Percussion eh als ein Höhepunkt des Albums zu verzeichnen ist.

Leider hat man gen Ende der Scheibe das Gefühl, dass die Luft raus ist. Wobei dies wohl weniger an der Songqualität liegt, sondern auf einen recht gleichbleibenden Aufbau zurückzuführen ist. Die Überraschungsmomente, die man zum Beispiel bei „Fight“ noch empfindet, lösen sich mit der Zeit doch in Luft auf. Trotzdem darf man Grit zu einem respektablen Debütalbum gratulieren, bei dem man sich, sieht man mal vom eher getragenen „Willing And Able ab, keine Auszeit gönnt. Die Songs sind recht eingängig angelegt und können zudem mit überraschenden Wendungen punkten. Hier gibt es von zuckersüß bis laut kreischend eigentlich alles zu hören und genau dies macht die Scheibe letztendlich auch aus.

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