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Grinning Shadows: The New Curse

Ein mehr als gelungenes Werk der Italiener
Wertung: 8.5/10
Genre: Symphonic Black Power Gothic Metal
Spielzeit: 29:39
Release: 20.05.2010
Label: Eigenproduktion

Grinning Shadows nennen sich eine Frau und fünf  Männer aus Italien, die mit „The New Curse“ ihre dritte Scheibe in Folge veröffentlichen. Man hat sich fast vier Jahre Zeit gelassen, um einen Nachfolger für „Stains Of  Sin“ einzuspielen. Und es hat sich gelohnt. Die Band präsentiert sich in einem sehr interessanten Stilmix aus Gothic Metal, Power und deutlichen Black Metal-Einflüssen, welche obendrein auch noch mit einem gelungenen Symphonic Touch aufgewertet werden. Absolut hervorhebenswert ist aber auch definitiv die Gestaltung der EP. Das düstere Coverartwork des sich küssenden Paares mit den Säcken auf dem Kopf ist das eine. Das andere ist die tolle Aufmachung des Digipacks, welches acht Seiten enthüllt, wenn man es komplett aufklappt. Das Ganze in dicker Kartonage, welche die bedrückende Stimmung des Bildes auch in der Optik gut einfängt. Und das als Eigenprodukton: Respekt!

Aber hier geht es ja hauptsächlich um die vorgetragene Mucke der Band. Dies beginnt mit einer deutlichen Black Metal-Attacke, bevor man zum eher symphonischen Teil übergeht. Das klingt gut und hat kräftig Power im Popo. Die Band treibt ordentlich nach vorne und plötzlich erklingt Silvia Rigonis Stimme. Irgendwie schon eine Überraschung, denn da ist kein kleines süßes, zierliches Stimmchen, hier wird melodisch im Klargesang artikuliert, ohne dass die Kraft verloren geht. Dazu die stellenweise ein wenig an Hansi Kürsch (Blind Guardian) erinnernden Vocals - das gefällt. Die Band nimmt aber auch mal das Tempo raus und lässt der Klangvielfalt den Raum zum Atmen. Stark, wie man hie immer wieder abwechslungsreich und absolut nicht erzwungen wirkend das Tempo und die Melodie wechselt.

Der zweite Song „If“ unterstreicht den guten Eindruck. Es ist toll zu hören, wie Sänger Mario Farina und sein weibliches Pendant ihren Gesangsstil wechseln, um melodisch, böse, aggressiv zu klingen oder auch mal anständige Growls (Mario) rauszuhauen. Die melodischen Parts erreichen Within Temptation oder auch Delain-Qualitäten. Da wird keiner der  allesamt über fünfminütigen Songs langweilig.

„Dirge“ beginnt melodisch verträumt, um dann in kräftiges Black Metal-beeinflusstes Musizieren überzugehen. Starke Doublebassdrum von Daniele Roverato, der wie auch seine Kollegen hier eine tolle Leistung an seinem Instrument abliefert. Der Song brennt sich trotz der Variabilität fest ins Gedächtniszentrum ein.

„Missing“ kann da nicht ganz so mithalten, ich weiß nicht, woran das liegt, aber irgendwie will der Song trotz teilweise toller Gesangslinien nicht im Kopf hängen bleiben. Da hilft auch die gelungene Gitarren- beziehungsweise Bassarbeit von Simone Cirani und Daniele Dui nicht wirklich.

„Scars Of Remembrance“ wirkt dann durch die etwas abgehacktere Gliederung deutlich härter und kräftiger. Wie variabel die Band hier zu Gange ist, ohne dass der Song zerstückelt wirkt, ist schon beachtlich und nur sehr schwer zu beschrieben, das muss man selbst gehört haben. Gut, dass die Band es geschafft hat, auch einen sehr guten Sound zu generieren, sonst würden hier wohl einige Facetten unter den Tisch fallen.

Fazit: Eine für mich überraschende Leistung des italienischen Sixpacks. Mit viel Sinn für Melodien und Songstrukturen hat die Band hier nur schwer vereinbare Musikstile gekreuzt und ihren eigenen Stil herausgearbeitet. Das macht Spaß und lädt zum Headbangen ein, ohne auch mal in einer kurzen Pause ein wenig verträumt dahinzugeleiten. Hört sich wie ein Widerspruch an, ist hier aber so. Hoffentlich dauert es nicht so lange, bis das nächste Album erscheint. Und: Hoffentlich kann man die Band auch mal in Deutschland live bestaunen.

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