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Grimlord: Dolce Vita Sath-An As

Grimm und Langeweile gehen hier Hand in Hand
Wertung: 3.5/10
Genre: Melodic Heavy Metal
Spielzeit: 49:44
Release: 09.10.2009
Label: Trident Harmony

Normalerweise neigen Metaller ja dazu, dem Headbangen zu fröhnen; bejahendes Kopfnicken als Zeichen guter Musik. Beim neuen Album von Grimlord, "Dolce Vita Sath-An As" mit Namen, will man auch den Kopf schütteln - allerdings verneinend. Was die drei Polen hier fabrizieren, ist, gelinde gesagt, ziemlich uninteressant.

Dabei beherrschen Drummer Lukass, Bassist Olson - inzwischen ersetzt durch einen jungen Mann namens Adams - und Gitarrist Barth La Picard, der nebenbei noch für Synthesizer und Mikro zuständig ist, ihre Instrumente ziemlich gut; nur der Gesang lässt schwer zu wünschen übrig. Das Beste an dem, was da aus Picards Mund kommt, ist der putzige polnische Akzent - das war´s dann aber leider auch schon. Dabei fängt die Platte gar nicht mal schlecht an.

Der Titelsong startet nämlich mit durchaus vielversprechenden Gitarren, einer soliden Doublebass und sphärischen Synthesizern. Dann setzt der Old School-Gesang ein, der wohl böse wirken soll, es aber beileibe nicht ist. Bei den sehr wenigen kurzen Growls, die Picard einstreut, hofft man sehnlichst, diese im Verlauf der Platte noch öfter zu hören.

Pustekuchen. "When The Heads Are Going Down" könnte zumindest gesanglich fast Power Metal sein. Picards Organ geht einem schon beim zweiten Song furchtbar auf die Nerven, auch wenn manche Wörter durch den osteuropäischen Akzent ziemlich lustig klingen. Man wagt kaum, sich vorzustellen, dass der Mann für Grimlord schon zwei Demos, eine Promo und ein Full-Length-Album eingesungen hat; letzteres erst 2007 mit dem schönen Titel "Bloodrunnethover".

Das Ohrenbluten hat allerdings gerade erst begonnen: die Instrumentals bei "Oh! My King", das mit Picards Akzent klingt "my geek", sind zwar interessant, dieses Jaulen aus Richtung des Mikrophons zerstört den Song allerdings komplett. Kaum zu glauben, dass ein Mann, der solche Gitarrensoli hinlegen kann, ein solches Unverständnis von Gesang zur Schau stellt.

"Shade Of Wrath Angels" besticht durch kreative Synthesizermelodien, fällt aber als Instrumental mit über fünf Minuten zu lang aus, da es zwar technisch gut gemacht ist, aber ansonsten relativ unspannend daherkommt. Im Intro zum völlig unnötigen "Ground Zero" sind zwar noch etwas bizarre Gesprächsfetzen zu hören, ansonsten präsentiert sich das Stück jedoch zum Glück auch stimmlich nackt.

Allmählich kommt der Verdacht auf, dass es Picard die Sprache ob seiner eigenen schlechten Gesangsleistung verschlagen hat. Möglich wäre auch, dass er endlich gemerkt hat, wie sehr sein Gesang eigentlich nervt - der Rest der Platte besteht jedenfalls nur noch aus Instrumentalstücken. Und die haben es in sich, leider nicht auf allzu positive Art und Weise: "Ancient Land Of Ys" beispielweise ist ein ruhiges Stück, das zu Anfang sehr melancholisch rüberkommt - mit über sieben Minuten ist es aber einfach zu lang, um noch die gewünschten Emotionen zu transportieren, zumal sich alles mehrmals wiederholt. Beim ebenso langen wie uninteressanten "Lamentation Sword" stirbt die Hoffnung dann endgültig.

Zu schade, dass Grimlord ihr Heimatland, das sie immerhin mit Bands wie Behemoth und Vader gemein haben, nicht würdig vertreten konnten. Die Gitarren und Synthesizer sind stellenweise wirklich genial, Drummer Lukass macht seinen Job durchgehend ausgesprochen gut - der sogenannte Gesang des bandinternen Chefs vergällt einem allerdings auch die schönste Melodie. Außerdem finde ich es etwas unverschämt, sechs Instrumentals auf ein Album mit nur neun Songs zu packen - wenn dabei solche teils uninspirierten und überlangen Brocken herauskommen, ist es beinah schon eine Frechheit. Ob das Trio sich mit dieser Scheibe überhaupt irgendwo Freunde macht, bleibt abzuwarten.

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