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Grimblade: Crimson Angel

Da ist noch deutlich Luft nach oben, aber diese Band ist auf einem guten Weg
Wertung: 6.5/10
Genre: Black-/ Heavy-/ Pagan Metal
Spielzeit: 21:19
Release: 01.06.2010
Label: Eigenproduktion

Zugegeben, das erste Demo der Münsteraner Band Grimblade, das den Titel "Scenes From A Lifeless Time" trägt, habe ich nicht gehört, doch die acht Punkte, welche jene Scheibe bei uns einfuhr, lassen bei dem Fünfer aus Westfalen zumindest auf eine Band mit Potential schließen. Einen Pluspunkt gibt es schon, bevor man auch nur einen Ton der ersten EP, "Crimson Angel", gehört hat: Zwar führt die Truppe offiziell immer noch keinen Schlagzeuger im Line-up auf, dennoch ist im Booklet zu lesen, dass dieses Mal ein echter Mensch hinter den Kesseln sitzt - und dies ist einem Drumcomputer natürlich stets vorzuziehen.

Grimblade stilistisch einzuordnen, fällt in der Tat nicht leicht - wie auch schon Kollege Ben in seinem Review zu "Scenes From A Lifeless Time" erwähnte -, da hier munter Black-, Heavy- und Pagan-Metal-Elemente miteinander vermischt werden. Die immer wieder auftauchenden Harmonieläufe auf den Gitarren erinnern gerne mal entfernt an Iron Maiden, ansonsten kommen in den heftigeren Passagen auch Namen wie Equilibrium oder alte Dimmu Borgir in den Sinn, gerade auch auf Grund des recht dominanten Keyboards. Letzteres dürfte einigen wegen des exzessiven Einsatzes etwas zu cheesy sein, aber man muss bedenken, dass dies nun mal eine entscheidende Komponente darstellt, die den Sound von Grimblade ausmacht. Außerdem werden sich an dem Tasteninstrument wohl ohnehin ewig die Geister scheiden. In jedem Fall ist die Tatsache, dass sich diese Band sehr schwer in eine Schublade einordnen lässt, natürlich ein weiterer Pluspunkt.

Technisch agieren die Münsteraner auf einem völlig akzeptablen Niveau, produktionstechnisch hingegen ist sicherlich noch Luft nach oben: Der Gesang ist zu leise und die Gitarren dementsprechend zu laut, aber bei der erst zweiten Veröffentlichung wollen wir da mal nicht zu sehr herummeckern. Das Songwriting lässt gute Ansätze erkennen, die Wechsel zwischen melodischen und aggressiven Parts sind wirklich gelungen: Das ist der Beweis dafür, dass es sehr wohl möglich ist, die oben erwähnten völlig unterschiedlichen Einflüsse unter einen Hut zu bringen, ohne dass der Hörer völlig verwirrt zurückgelassen wird. Gerade in "The Never Ending Extermination", dem Titelsong und auch in "Bleed The Evolution" finden sich einige durchaus prägnante Hooklines und der finale Track "Dominated Souls" kann mit seinem melancholischen Touch und dem ruhigen Piano am Ende zudem noch etwas mehr Abwechslung und Dynamik in das Ganze bringen.

Denn auch wenn das Songwriting gute Momente hat, wäre gerade ein bisschen mehr Laut/Leise-Dynamik in eben diesem Stil das nächste Mal wünschenswert, da die Gitarren beispielsweise (bis auf das letzte Stück eben) fast keine Pause haben und bei aller Maiden-mäßigen Harmonik wie eine einzige permanente Wand erscheinen. Dieser Eindruck mag aber auch aus der - verständlicherweise - noch längst nicht optimalen und logischerweise etwas dünnen Produktion, die "Crimson Angel" auf Dauer etwas eintönig erscheinen lässt, herrühren.

Der Gesang ist ein weiterer Punkt, der leider nur teilweise überzeugen kann. Die Growls sind okay, aber die klaren Vocals klingen doch sehr schwachbrüstig und beim Titelsong außerdem ziemlich schief. Das ist sehr schade, denn die Wechsel zwischen aggressivem und cleanem Gesang sind ansonsten absolut nachvollziehbar eingesetzt worden. Es ist deswegen auch keine Frage, dass die Jungs ihr Handwerk verstehen, das Potential nur aber eben noch längst nicht vollständig ausgeschöpft haben. Wenn man noch ein wenig ausgefeilter beim Songwriting agiert (auch wenn es für eine noch so junge Band bereits aller Ehren wert ist, bereits so viel Eigenständigkeit zu besitzen) und den Gesang sowie die Produktion verbessert, wird einem Plattenvertrag und damit einem überzeugenden ersten Full-length-Album bestimmt nichts mehr im Wege stehen. 

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