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Grim Vision: War Agony

Roher Wutbrocken
Wertung: 7/10
Genre: Hardcore/ Death Metal/ Sludge
Spielzeit: 10:41
Release: 21.08.2015
Label: Bastardized Recordings

Eher für Hardcore-Freaks denn Death- oder Black-Metal-Heads dürften die Hamburger Hanseaten Grim Vision interessant sein, die auf ihrer zweiten EP „War Agony“ gut daher holzen und gerne auch mal ein wenig die Genregrenzen aufweichen. Seit 2013 ist die Truppe nun aktiv und gründete sich aus ehemaligen Mitgliedern von u.a. Bricktop oder Airtime, legte im September 2014 mit „With Those Who Favor Fire“ eine erste 6-Track-EP hin und liefert nun mit vorliegender EP – übrigens auch schön auf limitiertem Vinyl – drei weitere derbe Geschosse aus.

Derbe Geschosse ist dabei tatsächlich Programm, denn recht kompromisslos werden die Gitarren tief nach unten gestimmt und der Bass knarzt ebenfalls mindestens ebenfalls sechs Fuß tief. Wo nun genau nach eigenen Angaben der Black-Metal-Anteil zu finden ist, wird auf den ersten und auch zweiten Blick nicht wirklich deutlich, denn vielmehr ist der Opener „Fallen Soldier“ eine Hardcore-Walze mit Death-Metal-Attitüde, der Gesang kehlig rau und aufs brutalste limitiert, eher wie ein weiteres Instrument wirkend, da die Texte einmal mehr natürlich nicht zu verstehen sind (umso ärgerlicher, wenn sie dann auch nicht als Vorlage beigefügt sind, haben sich Grim Vision doch als Inhalt auf Gedichte und Poesie aus dem 19. und 20. Jahrhundert gestürzt und thematisieren Zerstörung, Krieg und das daraus entstehende Leid).

„War Machine“ scheppert dann wesentlich Midtempo-lastiger daher und kann seine Sludge-Note nicht verbergen, auch wenn kurze Knüppelpassagen etwas anderes vorgaukeln wollen und so manche gewollt schräge Gitarre, die man gerne mit Djent in Verbindung bringt, sägt ebenfalls schon am eigens aufgebauten Schutzpanzer.

Knacken die beiden ersten Nummern noch nicht einmal annähernd die Drei-Minute-Marke, so langt das Hamburger Quartett dann mit „Ten Minutes“ für fast sechs Minuten hin. Weit über eine Minute bauen sie auf die sanft experimentelle Einleitung und integrierte Sprech-Samples, bevor anschließend aus den tiefsten Hafensümpfen Hamburgs ein Sludge-Doom-Hardcore-Batzen über den Hörer hereinbricht. Unvermittelt schlagen sie zwischendurch gleich ein paar Gänge höher und knüppeln sich Todesstahl-artig mit Hardcore-Hass und eruptiver Brutalbotschaft dem doom-sludge Finale entgegen.

Fernab „trendiger“ Mucke von Madball & Co. liefert hier der heimische Underground mit „War Agony“ ein derbes Kurzdokument aus, welches Hardcore-Recken mit Converge-Wurzeln genauso gut schmecken dürfte wie auf der anderen Seite Eyehategod-Fans. Auch wenn es der Band schwer fallen dürfte, in Hamburg die Szene auf neue Konzertbesuchspfade zu lenken, sollten doch die The-Pit.de-LeserInnen sich davon nicht abschrecken lassen.

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