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Griftegård: Psalm Bok

Das Gewicht der Welt auf den eigenen Schultern
Wertung: 10/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 18:09
Release: 08.05.2009
Label: Ván Records / Soulfood

Die Schweden Griftegård (bedeutet soviel wie Friedhof ohne Kapelle) spielten das vorliegende Material der „Psalm Bok“ ursprünglich schon vor zwei Jahren ein. Derzeit sind Ola Blomkvist (Gitarre, Lyrics), Thomas Eriksson (Vocals), Jens Gustafsson (Drums), Per Broddesson (Gitarre) und Dennis Olsson (Bass) im Studio damit beschäftigt, ihr Debutalbum aufzunehmen und um den Fans den Mund wässrig zu machen und die Zeit des Wartens zu überbrücken, hat das Label der Band die auf Vinyl längst vergriffenen Stücke auf CD gepresst.

Mönchsgesänge werden herein gefaded und dann tauchen wir ein, mitten hinein in die Welt des Doom, wie ihn Griftegård zelebrieren. Die Riffs sägen sich durch Mark und Bein und jeder einzelne scheint tonnenschwer zu wiegen. 
„Charles Taze Russell“, so der Songtitel, hat vielleicht der ein oder andere schon einmal gehört: Dieser Mann war der Mitgründer der Internationalen Bibelforscherbewegung, aus der später unter anderem die Zeugen Jehovas entstanden. Zurück zur Musik: Thomas leidet sich durch die Lyrics und man leidet förmlich mit. Geht seine Stimme in höhere Lagen, wirkt sie ein wenig kratzig, was bestens zu der Musik passt. Der Hintergrund-Chor gegen Songende klingt einfach nur wunderschön. Grandiose Doom-Hymne, die absolut begeistert und mitzureißen weiß.

Zur Person, dessen Name Pate stand für den zweiten Song: Paul Gustave Doré war ein französischer Illustrator; seine Bibel-Illustrationen gelten als die bekanntesten ihrer Art. 
Doch widmen wir uns nun wieder der Musik: Eingangs des Stückes übernehmen erst einmal die Gitarren die Oberhand und kreieren so ein instrumentales Intro. „Paul Gustave Doré” wirkt vom gesamten Aufbau noch erheblich drückender als das voran gegangene Stück; hier wiegen die Riffs nicht mehr nur tonnenschwer, hier scheinen sie soviel wie die ganze Welt zu wiegen. 

Durch die Freiräume für den Bass bekommt das Ganze noch ein beklemmenderes Flair. Zudem klingen die Vocals hier auch viel gedämpfter als noch im ersten Song und dadurch wirkt das Ganze zusätzlich noch einmal ein bis zwei Grad bedrückender. Beeindruckend klingt das Gitarrensolo samt Chor-Hintergrundbegleitung. Zudem sind auch noch flüsternde Stimmen im Hintergrund zu hören. Ein Ausnahmestück, das in seiner Intensität wahrlich eins der ganz großen des Doom-Genres ist. 

Es muss unbedingt noch angemerkt werden, dass die Verpackung der CD zusätzlich noch einen Punkt verdient: Schwarzer Karton mit silber-grauem Aufdruck. Sieht super aus und macht richtig was her. 

Fazit: Sehr hochwertige und perfekte Doom-Kost, die keinerlei Wünsche offen lässt. Wenn das kommende Album von demselben Kaliber sein wird, dann kann sich die Doom Metal-Fangemeinde mit Griftegård auf die nächste ganz große Band gefasst machen. Man darf gespannt sein.

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