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Grief Of War: Worship

Das einzig Unkonventionelle ist die Herkunft der Band
Wertung: 5.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 43:53
Release: 21.08.2009
Label: Prosthetic Records

Bei „Worship“ handelt es sich um das zweite Album des japanischen Trios Grief Of War, welches seinem Sound auch den interessanten, oder besser ulkigen Titel „Samurai Crunch“ gegeben hat. Hinter dieser blumigen Beschreibung verbirgt sich allerdings nichts anderes als guter, alter Thrash Metal, was angesichts der Herkunft der Band dann doch wieder etwas Besonderes ist. Oder kennt ihr noch mehr japanische Thrasher, die großen Wert darauf legen, möglichst old school zu sein? Werfen wir also einen genaueren Blick auf Grief Of War.

Jeder, der sich ein wenig mit den Erfolgen „unserer“ Bands in Japan auskennt, weiß, dass es dort viele Fans und Kenner der deutschen Metalszene gibt. Da die Jungs sich dem Thrash Metal verschrieben haben, findet man im Sound von Grief Of War deutliche Einflüsse von Kreator, Sodom und Destruction. Passend dazu röhrt Sänger Manabu Hirose wie eine Mischung aus Mille und Schmier ins Mikro. Musikalisch bietet die Band unspektakulären, aber handwerklich soliden Thrash, der immer wieder mit starken Soli aufwartet. Nachzuhören ist das beispielsweise beim stark Slayer-lastigen „Captured Soul Eternity“. Der Song klingt wie direkt aus den 80ern importiert, was Vor- und Nachteile hat. Der Liebhaber freut sich, alle anderen fragen sich, wozu man diese Musik braucht, wenn die Originale ihre Klassiker schon längst geschrieben haben.

Handwerklich ist hier alles mehr als im grünen Bereich, dennoch fehlt einfach das gewisse Etwas, das „Worship“ zu einem lohnenswerten Album macht. Mit den aktuellen Veröffentlichungen von Bands wie Megadeth und Kreator können die Japaner nicht mithalten, von den Klassikern ganz zu schweigen. Denn trotz Songs wie dem guten „Built My Brain“ wird die Musik den sterilen Unterton einfach nicht los. Alles wirkt konstruiert, hier das obligatorische Stakkato-Riffing, dort die zu erwartenen Breaks. Dazu kommt, dass der Gesang zwar durchaus zur Musik passt, aber auch sehr monoton wirkt. Thrash Metal ist zwar wahrlich nicht die Musik, die für abwechslungsreichen Gesang bekannt ist, ein bisschen mehr Variation wäre aber wünschenswert gewesen.

Fazit: Grief Of War kommen über das Mittelmaß (mit Tendenz nach unten) nicht hinaus. Wie so oft, hat man das Gefühl, das alles schon besser gehört zu haben. Für eine Band, die sich bereits 2002 gegründet hat, ist „Worship“ ein ziemlich dürftiges Album geworden. So wirkt es bezeichnend, auf welche Art von Namedropping man zurückgreift. Größere Bands würden sich wohl nicht damit brüsten, den Ersatzgitarristen von Korn verpflichtet zu haben. Was aber nicht heißen soll, dass Shane Gibson mit seinem Solo bei „Into The Void“ einen schlechten Job abgeliefert hat. „Worship“ klingt generell einfach zu altbacken, um heutzutage noch große Aufmerksamkeit zu erregen. Diese CD ist definitiv im falschen Jahrzehnt erschienen.

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