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Greydon Fields: Tunguska

Bisher reifstes Werk der Essener
Wertung: 7,5/10
Genre: Heavy Metal/Power Metal
Spielzeit: 46:04
Release: 28.04.2018
Label: Roll The Bones Records

Russische Wurzeln haben Greydon Fields weder als Band noch die einzelnen Protagonisten, und doch scheint die sibirische Region Krasnojarsk die vier quasi magisch anzuziehen, denn die Ruhrpöttler aus Essen widmen sich dem „Waldsterben“ anno 1908, als eben unter dem als Tunguska-Ereignis bezeichneten Vorfall ein ganzer Landstrich nahezu eingeäschert wurde – mysteriös explosiver Stoff auch heute noch, weil eben die Zeitzeugenaussagen variieren und bis heute nicht wirklich geklärt ist/werden konnte, was denn nun da wirklich passiert ist.

Der Bandzwist mit ex-Frontmann Ted (Wicked Disciple) scheint nun auch endgültig ad acta gelegt zu sein, nur so kommt es eben bei „Dancing On Our Graves“ auch zur Zusammenarbeit und zu einer Nummer, die neben hymnischen Pathos und befriedigender Eingängigkeit auch noch „Experimente“ wie die Geige durch Cemile zu bieten hat – Tiefgang aus dem Hause Greydon Fields, an den man sich gewöhnen könnte. Überhaupt, dass man sich in NRW gegenseitig unterstützt und dann auch noch „labelintern“ Material beisteuert, das wird im Titeltrack „Tunguska“ einmal mehr als deutlich, hat doch Marek von Ra's Dawn hier zwei Soli beigesteuert. Aber auch so haben Greydon Fields hier alles richtig gemacht: Nach der bassdominierten Einführung gehen sie schnell über in schwelgerisch stampfendes Hymnenfutter mit einem unschlagbar intensiven Pre- und Hauptchorus – das ist Heavy-Metal-Hörfutter, welches die heutige schnelllebige Zeit locker überdauern kann.

Im Mittelfeld der CD lassen aber eben Greydon Fields ein paar gute Ideen missen, man sackt ein wenig ab, nicht viel, aber eben spürbar. „Golem“ bleibt leicht hymnenhaft, versteckt sich aber auch ein bisschen hinter der sehr guten solistischen Klampfe und man würde sich wünschen, die Jungs würden ein bisschen häufiger aus dem Midtempo-Gestampfe ausbrechen, mit „Defcon Zero“ sind sie etwas zackiger unterwegs, lullen sich allerdings auch etwas selbst ein, lassen ein paar Überraschungen eher links liegen und gehen eine Spur zu sehr auf Nummer sicher, auch wenn hier erneut das Gitarrensolo wieder einiges herausreißt und bei „The Island“ ballern sie zwar recht thrashig durch die ruhrpottsche Kanallandschaft, packen im Refrain dann auch wieder die „Keule de la Hymne“ im stampfenden Midtempo aus, beißen sich aber dort auch zu lange fest, da reicht die kurze Eruption vor dem Akustikfinale für die Befreiung nicht mehr aus.

Meckern auf hohem Niveau? Ja sichaaaa, denn schon allein mit dem vielleicht eine Spur zu bedächtigen Midtempo-Stampfer und Opener „Sole Survivor“, ausgestattet mit einer großartigen Hookline, liefern sie einen mehr als netten Einstieg. Geschenkt die kurzen überflüssigen elektronischen Spielereien bei „Autophobia“ zu Beginn, dafür ist der Song viel zu gut, um ihn hier untergehen zu lassen – eine schöne Verquickung von zackigen Power-Metal-Elementen und klassischem Metal-Gestampfe mit eingängigem Gesang, der eben nicht zu banal aus den Speakern schnorchelt, sondern sicherlich zu Volkers Bestleistung gehört.

Unser Tom hat meiner persönlichen Meinung nach zum Debütalbum ein wenig zu hoch in die Punkteskala gegriffen, denn mit „Tunguska“ wirken die Essener deutlich gereifter, auch wenn sie sicherlich noch nicht ihr Feintuning abgeschlossen haben. Der Weg stimmt, keine Frage, das Konzept bis hin zum Artwork ist stimmig, weswegen traditionsbewusste MetallerInnen durchaus zugreifen dürfen.

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