Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Grenouer: Life Long Days

Guter Mix aus Fear Factory, Meshuggah und Gojira
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 46:35
Release: 20.06.2008
Label: Locomotive Records

Wenn man Fear Factory, Meshuggah und Gojira vermischt und mit einer leichten Prise Hardcore garniert, erhält man als Resultat die Band Grenouer aus Russland, das bisher ja sicherlich nicht unbedingt durch seine große Metalszene bekannt war. Die Formation existiert bereits seit Mitte der Neunziger Jahre und legt mit „Life Long Days“ ihr sechstes Album vor, nachdem der Vorgänger „Try“ bereits gute Kritiken seitens der Presse bekam und vom Sound her Vergleiche mit Fear Factory und Meshuggah gezogen wurden.

Das trifft auch auf die vorliegende CD zu: Permanent heruntergestimmte Gitarren, wuchtiger Basssound, teilweise äußerst vertrackte, komplexe Rhythmik und ein Sänger, der zwar überwiegend in die Hardcore-Ecke tendiert, insgesamt aber erfreulicherweise deutlich mehr Abwechslung an den Tag legt als viele seiner Kollegen, die häufig auf ödeste Weise nur eintönig ins Mikrofon bellen. So schwankt der Mann mit dem Pseudonym Ind zwischen Phil-Anselmo-mäßigen Shouts, cleanem Gesang und rauhen, heiseren Vocals, die manchmal sogar ein wenig an Alexi Laiho (zum Beispiel beim Chorus von „Away From Now“) erinnern. Oft aber muss ich bei seiner Stimme an Joe Duplantier von den Franzosen Gojira denken.

Doch nicht nur in Sachen Gesang ist Abwechslung vorhanden; die Russen schaffen es, bedingt durch die komplexe Rhythmik, Tempovariationen, den Wechsel zwischen harten und etwas sanfteren Passagen, dissonante Akkorde und sporadisch und clever eingesetzte, futuristisch anmutende Effekte, den Hörer bei der Stange zu halten. Mit einem gut ausbalancierten Cocktail aus den oben genannten Bands haben Grenouer es geschafft, einen recht eigenständigen Sound zu kreieren.

So erinnert ein Song wie der Opener „Indecent Loyalty“ von der Art des Aufbaus (deutlicher Wechsel zwischen harten und cleanen Passagen, insbesondere auch bei den Vocals) etwas an Fear Factory, während Tracks wie das sehr geile und recht eingängige „Addicted To You“ oder „Off The Back Of Others“ mit ihrer vertrackten Polyrhythmik und den teilweise völlig dissonanten Akkorden deutliche Reminiszenzen an Gojira und Meshuggah hervorrufen.

Ein Paradebeispiel für die Art des Songwritings von Grenouer ist sicherlich „Employed Beggar“, wo die Gegensätze besonders krass zum Vorschein kommen: Total dissonante, wuchtige Passagen wechseln sich mit ruhigen Stellen ab und obwohl diese Kontraste völlig abrupt und unvorhersehbar ineinander übergehen, kann man nicht von sinnlos aneinandergereihten Passagen sprechen. Solch interessantes, vielschichtiges Songwriting zieht sich durch das gesamte Album, lediglich das melancholische, mit zahlreichen Elektro-Effekten (In Flames auf „Soundtrack To Your Escape“ lassen grüßen) unterlegte „Patience“, bei dem Ind ausnahmslos clean singt und welches als einzige ausschließlich ruhige Nummer die CD ausklingen lässt, fällt etwas aus dem Rahmen.

„LifeLong Days“ kann insgesamt durchaus überzeugen, wenn man sich ein wenig reingehört hat; die in Richtung Nu Metal (ansonsten hat die Band zum Glück eher wenig mit dem typischen Nu Metal zu tun) tendierende Produktion ist äußerst mächtig und wirkliche Ausfälle sind eigentlich kaum zu verzeichnen (bis auf das in meinen Ohren etwas chaotische und eintönige „With No Concern“ und die Tatsache, dass das erste Riff beim ansonsten guten „Away From Now“ dreist von Dream Theaters „Dark Eternal Night“ geklaut wurde). Man wird bestimmt noch einiges von den technisch versierten Grenouer, die hier wirklich keine Gefangenen machen, zu hören bekommen.

comments powered by Disqus

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann