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Grendel: Chemicals + Circuitry

Unerwartete Überraschung
Wertung: 7/10
Genre: Harsh Electro
Spielzeit: 52:39
Release: 27.11.2009
Label: Infacted Recordings

Nach zweieinhalb Jahren ist es schließlich soweit – die Harsh Electro-Vorreiter Grendel veröffentlichen endlich ihre neue, von vielen heiß ersehnte EP „Chemicals + Circuitry“, die doch eigentlich sogar als Follow-Up-EP zum letzten Album angekündigt wurde.

Nachdem die EP nun also immer und immer wieder verschoben wurde und die Fans lange, lange gewartet haben, ist es nun soweit und die neuen Stücke können auf die ausgehungerten Fans losgelassen werden: Und es kommt zu einer Überraschung. Grendel, die mit ihrem letzten Album „Harsh Generation“ schon einen neuen, moderneren Stil eingeschlagen hatten und damit einen enormen Erfolg verbuchen konnten, haben sich erneut weiterentwickelt, allerdings weg vom Harsh beziehungsweise Dark Electro. 

Der Titeltrack „Chemicals + Circuitry“ beginnt vielversprechend mit atmosphärischen Synths und einem Filmsample aus dem 2006er Film „A Scanner Darkly“. Daraufhin folgt die Überraschung, mit der vermutlich kaum jemand gerechnet hätte – klare Vocals irgendwo zwischen Sprechgesang und richtigem Gesang, die dem Song einen unglaublichen Groove verleihen. Die Instrumentalisierung ist ähnlich wie beim Vorgänger-Album, die Synths sind äußerst melodisch, aber dennoch treibend und aggressiv – ganz im Gegensatz zu dem weiblichen, sehr melodischen Gesang, der einen schönen Kontrast zum männlichen Organ bildet und sich problemlos in den übrigen Sound einfügt.

Ähnlich sieht es bei dem zweiten neuen Song, „Shortwired“ aus – auch hier dominieren männliche, teils gesprochene, teils gesungene Vocals, die besonders im Refrain zu einer Hymne ausarten, die in den Clubs sicherlich einen massiven Erfolg verbuchen können wird. Die Synthesizer sind perfekt eingesetzt und verleihen dem Song eine perfekte, treibende, energiegeladene Begleitung, die sowohl tanzbar wie auch privat sehr gut anzuhören ist.

Bei dem dritten und letztem neuen Song handelt es sich um ein Instrumental namens „Serotonin Rush“, welches mit tragenden Flächensounds schon deutlich mehr an Trance erinnert, als dass man es Grendel, die doch eigentlich konstant für guten, abwechslungsreichen Dark Electro standen, zuordnen würde. Als Füllmaterial sind auf der EP noch sieben Remixe der beiden neuen Tracks vorhanden, welche die Laufzeit der EP auf über 50 Minuten anheben. Grendel schafften es bisher immer mit ihren Remixen, mindestens zum Original gleichwertige Songs anzufertigen, wenn nicht sogar bessere Versionen, ganz gleich ob sie nun Tamtrum, Suicide Commando, Wynardtage oder sogar L’Âme Immortelle remixten – die auf dieser EP zu hörenden Remixer leider nicht. Die Original-Version ist deutlich besser als alle sieben Remixe, was diese in gewissem Maße überflüssig macht, allerdings sind es natürlich immer noch überaus interessante alternative Versionen, besonders der Remix von DYM; auch wenn sie eben nicht an das Original heranreichen. Ein Wermutstropfen ist zudem, dass nach einer so langen Wartezeit lediglich zwei neue Songs und ein neues Instrumental auf der EP landen – hoffen wir, dass bald ein Album nachgeschoben wird.

Die neuen Songs sind keineswegs schlecht, man wird jedoch seine Zeit benötigen, sich an den neuen Stil und die neuen Vocals zu gewöhnen. Wer sich unsicher ist, kann auf der MySpace-Seite des Projekts in den Titeltrack reinhören und sich selbst ein Bild vom neuen Sound machen; für eingefleischte Grendel-Fans ist die EP dennoch ein Muss, Neulinge aus der Harsh- beziehungsweise EBM-Szene sollten sich jedoch lieber dem letzten Album widmen. 

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