Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Graveyard: Peace

Ziemlich spritzig und relativ heavy
Wertung: 8/10
Genre: Hard-/Psychedelic-/Blues Rock
Spielzeit: 42:20
Release: 25.05.2018
Label: Nuclear Blast

Bei den schwedischen Rockern von Graveyard ging es in den letzten Monaten drunter und drüber: Nachdem die Band September 2016 noch ihre Auflösung wegen „persönlicher Probleme“ erklärte, erfolgte bereits im Januar des vergangenen Jahres der Rücktritt vom Rücktritt – wenn auch mit einem anderen Schlagzeuger. Offenbar waren die Differenzen mit Drummer Axel Sjöberg (der mittlerweile mit Big Kizz eine neue Hard-Rock-Formation gegründet hat) unüberwindbar, sodass mit Oskar Bergenheim nun ein neuer Mann hinter den Kesseln Platz genommen hat.

Und so ein Wechsel kann ja durchaus erfrischend wirken; dafür, dass die Combo im Herbst vor anderthalb Jahren noch verkündet hatte, dass ihre „Energie beinahe versiegt“ sei, tönt sie auf dem neuen Output „Peace“ doch ziemlich spritzig und relativ heavy. Der Opener „It Ain’t Over Yet“ (der Titel passt angesichts der Umstände natürlich wie Arsch auf Eimer) macht jedenfalls gleich ordentlich Alarm und die rotzige, Robert Plant-mäßige Stimme Joakim Nilssons verleiht der wilden Nummer noch zusätzliche Schärfe.

Da sich der Vierer auf dem Vorgänger „Innocence And Decadence“ so vielseitig und überraschend präsentierte wie nie zuvor, war es eine spannende Frage, wie sich die Schweden auf ihrem fünften Studioalbum zeigen würden – tatsächlich schaffen Graveyard es erneut, mit abwechslungsreichem Songwriting zu glänzen, ohne dass dabei der Fluss des Albums gestört würde, wenngleich das Niveau des 2015er Werkes nicht ganz gehalten werden kann.

So schlagen das mit einem schnarrenden Mainriff ausgestattete, ruppige „Please Don’t“ sowie der peitschende Rocker „A Sign Of Peace“ in eine ähnliche Kerbe wie der Opener und verteilen kräftig Tritte in den Allerwertesten, hingegen stellen die balladesken, mit cleanen Gitarren versehenen Stücke „See The Day“ und „Del Manic“ die absoluten Kontrastpunkte zu jenen brettharten Eruptionen dar. Passenderweise werden diese beiden ruhigen, warmen Ohrenschmeichler von Bassist Truls Mörck gesungen, dessen tiefere, glattere Stimme genau auf diese Art von Songs zugeschnitten zu sein scheint. Mit den Vocals wechselte man sich ja schon auf dem letzten Album ab – und warum nicht, die Beatles haben dies früher ebenfalls getan und dem Abwechslungsreichtum schadet solch ein Vorgehen ganz bestimmt nicht.

Natürlich balanciert die Band auch zwischen diesen beiden Extremen: „Cold Love“ vereint clever Melancholie und Groove, „The Fox“ ist ein treibender, smoother Rocker, von geschmeidigen Gitarrenlicks und Nilssons kratzigem Gesang getragen, und das straight forward marschierende „Walk On“ mit jamartigen Parts in der Mitte macht seinem Titel alle Ehre. Hervorstechend ist vor allem jedoch die fantastische Hymne „Bird Of Paradise“, die mit ihrer unverschämten Coolness an Southern-Rock-Heroen der Marke Lynyrd Skynyrd erinnert.  Auch das finale „Low (I Wouldn’t Mind)“ darf man getrost als Highlight bezeichnen: Die Nummer erinnert mit ihrer tollen Dynamik (leichtfüßiger Beat in der Strophe, energischer Ausbruch im Refrain), einer leicht geheimnisvoll anmutenden Atmosphäre und den verspielten Melodien irgendwie ein wenig an den Beatles-Klassiker „Get Back“.

Nicht immer befindet sich die Truppe auf diesem ganz hohen kompositorischen Level, die Hooklines sind insgesamt vielleicht nicht derart grandios wie auf dem Vorgänger, außerdem bot „Innocence And Decadence“ noch mehr ungewöhnliche und damit innovative Einfälle, gleichzeitig fällt aber auch kein Song wirklich negativ auf. Wenn man die Begleitumstände berücksichtigt, ist den Herrschaften auf jeden Fall erneut ein starkes Album geglückt – manche werden sagen, exakt deswegen. Übrigens gerade weil es in der Welt so chaotisch wie schon lange nicht mehr zugeht, schlicht „Peace“ betitelt. Spielfreudig, facettenreich, mit den üblichen Sechziger- und Siebiger-Referenzen und doch modern und kraftvoll produziert. In ähnlicher Manier darf es gern weitergehen.

comments powered by Disqus

Sag zum Abschied mal so richtig laut Servus

Vor Freunden spielen ist doch auch ganz nett...

Rauschende Jubiläumsparty mit ein paar Wermutstropfen

Bundeswehr-Musikkorps und U.D.O. für den guten Zweck

Delirious und Terrorblade im Rausch der Kanalfahrt

Darkness Drummer Lacky beim Selbstversuch mit dabei

„Deutsch“ ist in und Schumi irgendwie mit dabei