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Graveyard: Hisingen Blues

Retro, oder wie?
Wertung: 8/10
Genre: Classic Rock
Spielzeit: 39:33
Release: 25.03.2011
Label: Nuclear Blast

Der Hype um die Neuaufmachung der ersten Tage der metallischen Musik ebbt eigentlich gerade wieder etwas ab. Die ganz großen Glanzlichter strahlen nicht mehr ganz so sehr und plötzlich tauchen ein paar Bands auf, die auch können, was die großen vorgemacht haben. Graveyard aus Schweden sind eine solche Band. Die Vierertruppe verarbeitet auf ihrem aktuellen Album „Hisingen Blues“ so ziemlich alle Stilelemente, die die harte Rockmusik in ihren Kinderschuhen durchlaufen durfte. Dabei werden aber auch aktuelle Einflüsse nicht ganz außer Acht gelassen.

Soundtechnisch wurde die Reise in die Vergangenheit an sich recht gut bewältigt. Man muss ignorieren können, dass es keine Langspielplatten-typischen Kratzgeräusche gibt. Generell klingt das Album etwas zu sauber. Es stellt sich nicht das „mal sehen, was Vatis Plattenschrank so alles hergibt“-Gefühl ein. Mal davon abgesehen, welche eher negativen Eigenschaften der LP auf „Hisingen Blues“ nicht zu finden sind, ist der Originalsound schon recht perfekt wiederaufbereitet. Die Instrumente klingen sehr authentisch. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Bass, Gitarre oder das Schlagzeug dreht. Auch der Gesang wurde zeitlich einige Dekaden zurücktransformiert und klingt ebenso ehrlich wie die Instrumente.

Die Musik der Gruppe orientiert sich größtenteils an den Heroen der späten sechziger Jahre bis zu den Größen der beginnenden Achtziger. Black Sabbath, Uriah Heep oder auch Jethro Tull leben wieder auf. Dabei ist die Umsetzung oftmals mindestens genauso gut wie die der Original Bands. Der recht straighte Rock der Vierercombo ist durchsetzt mit Elementen des Blues und auch ein paar jazzige Einflüsse lassen sich ausmachen. Zu einem viel größeren Anteil werden psychedelische Passagen eingebaut. Jefferson Airplane haben streckenweise ähnlich gearbeitet. Auffällig und prägnant sind vor allem auch die Gitarrensoli. Erstens sind sie wunderbar unkonventionell, und zweitens klingen sie stark nach Jimmy Hendrix. Das weckt dann wirklich Erinnerungen an längst verstorbene Heroen des Gitarrenrock. Graveyard haben mit „Hisingen Blues“ ein vielschichtiges Album produziert, das mal schleppend und depressiv-düster daherkommt. Diese Stimmung kann dann aber sehr schnell wieder in rockig und fröhlich umschlagen. Der Titel „Uncomfortably Numb“ ist ein prächtiges Beispiel dafür, wie man mit kleinsten Arrangementänderungen eine komplett andere Stimmung erzeugen kann. In diese Kategorie passt auch das Stück „Longing“, das mit seinen Akustikgitarren und dem Pfeifen anstatt des Gesangs einen sehr sehnsüchtigen Eindruck erweckt. Das Lied würde optimal als Titelsong zu einem Italowestern passen.

Fans der siebziger-Jahre-Rockmusik sind mit „Hisingen Blues“ bestens beraten. Auch Gitarrenfans dürfte der Sound der CD anmachen. Alle anderen sollten lieber erst vorsichtig antesten.

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