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Graveyard Dirt: For Grace Or Damnation

Kann leider nicht durchgängig überzeugen
Wertung: 6.5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 62:03
Release: 17.11.2010
Label: Ashen Productions

Interessant, dass Graveyard Dirt in der Info als „Doom-Veteranen“ bezeichnet werden, wo sie mit „For Grace Or Damnation“ doch gerade mal ihr erstes Full-Length-Album vorlegen. Vielleicht ein wenig übertrieben, stimmiger sind da schon eher die Vergleiche mit alten Anathema, My Dying Bride und den Landsleuten von Mourning Beloveth. Besonders letztgenannte Combo schimmert doch sehr deutlich im Sound der Iren durch, schon allein dadurch, dass der kehlige Gesang von Paul Leyden dem von Mourning-Beloveth-Fronter Darren Moore nicht unähnlich ist.

Für ein Debütalbum zieht sich die Gruppe prinzipiell ordentlich aus der Affäre, anhand der überlangen Kompositionen (bis auf das Intro sowie ein Interludium bewegen sich die Songlängen zwischen sieben und knapp 14 Minuten) ist das Bestreben, anspruchsvolles und ambitioniertes Songwriting abzuliefern, klar erkennbar. Zyniker würden sagen, dass die Kerle sich auch lange genug Zeit gelassen haben, um ihre Epen detailliert auszufeilen, gründete sich die Truppe doch bereits 1994 und hat es seitdem gerade mal auf ein Demo im Jahre 1996 und eine 2007 veröffentlichte EP gebracht. Wegen dieser langen Zeitspanne will uns die Plattenfirma die Band möglicherweise auch als „Veteranen“ verkaufen, ganz offensichtlich aber hat sich das Quintett zwischendurch für längere Zeit aufgelöst und erst nach der Jahrtausendwende reformiert.

So oder so: „For Grace Or Damnation“ kann leider nicht durchgängig überzeugen. Die Truppe lässt es nicht an der nötigen Intensität und melancholisch-traurigen Atmosphäre vermissen, dafür sorgt schon Frontmann Paul, der an den richtigen Stellen auch mal flüstert und raunt, und auch die ruppige Produktion transportiert sympathischen und keineswegs unprofessionellen Underground-Charme (remember das sehr kantige My-Dying-Bride-Debüt „As The Flower Withers“). Die Gitarren klingen sehr dreckig, halten sich allerdings auch wenig zurück und fungieren häufig als breiige Wand im Hintergrund. Aus diesem Grund fehlt es meistens an Dynamik und die Arrangements hören sich oft irgendwie hölzern an. Das Songwriting wirkt streckenweise fahrig und es bleibt auch nach fünf, sechs Durchläufen zu wenig hängen. Klar, die Riffs am Anfang von „These Hands Defiled“ und „A New Days Fire“ sowie in der Mitte von „Silence Awakens“ sind schon fett und doom as fuck, aber manche Parts werden unnötig in die Länge gezogen und auch die Soli wollen nicht immer passen und wirken manchmal etwas aufgesetzt. Doppelte Gitarrenläufe sind ebenso zu hören, die in der Tat an My Dying Bride erinnern, aber niemals an die musikalische Genialität und Raffinesse der Engländer heranreichen, was zugegebenermaßen auch nicht die leichteste Aufgabe darstellt.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Diese Band kann was und hat Potential, zumal das mit sehr hübschen Clean-Gitarren aufwartende „Enslaved By Grief“ positiv hervorsticht. Hier gibt es endlich mal Melodien zu hören, die sich auch tatsächlich einigermaßen festsetzen und das Songwriting wirkt nicht so kaugummiartig wie an so manch anderer Stelle der Platte. Auch „The Search For Solitude“ und das abschließende Epos „A New Days Fire“ mit hin und wieder dezent-geschmackvoll eingesetzten Keyboards können teilweise Pluspunkte sammeln, ebenso das mit Kanon-artigen Gitarren versehene, sehr stimmungsvolle Zwischenspiel „Solace“.

Es gibt weiß Gott Alben, die leichter zu bewerten sind als „For Grace Or Damnation“. Man kann den Jungs gar nicht so wirklich einen großen Vorwurf machen, handwerklich wissen sie, was sie tun und wirklich schlecht ist hier gar nichts. Aber mich kann das im Gegensatz zu vielen anderen Doom-Bands nicht wirklich packen, obwohl definitiv Leidenschaft erkennbar ist. Vielleicht beim nächsten Mal – wenn es denn nicht wieder 15 Jahre bis zur nächsten Langrille dauert. 

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