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Graveworm: Collateral Deffect

Kein Schritt vorwärts
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Black Metal
Spielzeit: 41:18
Release: 25.05.2007
Label: Massacre Records

Graveworm sind in den letzten Jahren eine feste Größe geworden, die ich persönlich seit ihrem zweiten Album „As The Angels Reach The Beauty“ verfolge. Für ihr neues Album „Collateral Defect“ ist nun eine große Promotion Offensive geplant, um den Erfolg des Vorgängers „(N)Utopia“ noch toppen zu können. Das Potential dazu sollte vorhanden sein, denn die Musik dürfte den Nerv von vielen treffen. Darüber hinaus wurde das neue Album klangtechnisch von Andy Classen veredelt, der ja auch schon mit Bands wie den Apokalyptischen Reitern zusammenarbeitete und kein Unbekannter ist. Die Zeichen stehen also auf Sturm.

„Reflections“ ist ein mehr als befremdliches Intro, was eigentlich nur aus Klängen besteht. „Bloodwork“ zeigt die Band um Frontkoloss Stefano Fiori aber von der Seite, von der die Fans sie lieben. Seine Screams, sein Growlen, die treibende Gitarrenarbeit und die immer passend eingesetzten Keyboards von Sabine Mair – all das macht eben eine typische Graveworm Nummer aus und so ist es auch hier. Das nachfolgende „Touch Of Hate“ ist eine konsequente Fortführung des dezenten Stilwechsels, den die Band auf „(N)Utopia“ begonnen hatte. Gut, aber nicht wirklich spektakulär, denn es fehlt eine gute Hookline.

„The Day I Die“ ist da schon besser gelungen. Die Band schwenkt gekonnt im Tempo hin und her und es zeigt sich in Bezug auf das Keyboard mal wieder, dass weniger oftmals mehr ist. Aber auch das ist eine Qualität, die die Italiener schon immer ausgezeichnet hat. Ob Andy Classen bei den thrashigen Gitarrenläufen vielleicht noch ein paar Vorschläge unterbreitet hat?

„Collateral Defect“ bietet eine Erkenntnis: Dieser unsägliche Metalcore Virus greift immer noch um sich und hat auch Graveworm befallen. Anders kann ich mir „FragileSside“ jedenfalls nicht erklären. Zur Verteidigung sei gesagt, dass die Emo (oder was auch immer) Vocals überraschend gut zum Rest des Songs passen und der ruhige Mittelteil durch ein nettes Solo punktet.

Ein kleines Spiel zwischendurch! Was haben diese Songs gemeinsam: „It's A Sin“(Pet Shop Boys) , „Fear Of The Dark“ (Iron Maiden) und Loosing My Religion“ (R.E.M.)?! Richtig, alle wurden schon von Graveworm gecovert. Und nun kann sich der Bonny Tyler Hit „I Need A Hero“ in diese Aufzählung einreihen. An die Jüngeren: Das ist z.B. das Lied, was die dicke, gute/böse Fee am Ende von Shrek II singt, kommt aber eigentlich aus den 80ern. Die Version an sich ist sehr ordentlich geworden und dürfte live sowie auf Partys ein echter Kracher werden, mitten auf dem Album stört sie aber doch ein wenig den Fluss der Platte.

Aber alles halb so wild, denn mit den gefälligen „Out of clouds“ und „Scars of sorrow“ folgen auch keine Highlights mehr. Das Outro „Memories“ beginnt zwar sehr schön, will aber einfach nicht enden und wirkt durch mangelnde Abwechslung sehr in die Länge gezogen.

Graveworm bewegen sich weiter im Rahmen ihrer Stilistik, tun dies aber außerordentlich gut und dürften somit keinen Fan enttäuschen. Im Vergleich zu den ersten Platten sind die „fremden“ Instrumente wie Dudelsäcke vollends verschwunden und Frau Mair setzt an ihrem Instrument weniger die Akzente, sondern unterstützt sie lediglich. Nicht, dass das schlecht wäre, aber diese Elemente waren ein Grund für mich, mich mit der Band zu beschäftigen. Wie erwähnt: Einen Overkill hat die Band mit diesen Elementen ja nie betrieben. Für sich gesehen ist „Collateral Defect“ ein gutes Album, was die Erwartungen bedient, die Band aber nicht zwingend weiter nach vorne bringen wird. Eins noch: Ein Cover mit Totenschädel ist ja nun nicht gerade der Gipfel der Kreativität, oder?!

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