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Grave Pleasures: Dreamcrash

Der perfekte Herbst-Soundtrack
Wertung: 9/10
Genre: Post-Punk, Gothic Rock
Spielzeit: 44:02
Release: 04.09.2015
Label: Sonic Columbia

Um die Finnen Grave Pleasures vorzustellen, muss man eine andere Band ins Feld führen: Beastmilk nämlich, die vor zwei Jahren ihr erstes und einziges Full-Length-Album „Climax“ veröffentlichten, das absolut großartig den Post-Punk der Achtziger mit leicht grungiger Wut vermengte und eine Prise Goth vornehmlich im Gesang von Mat „Kvohst“ McNerney unterbrachte. Erst dieses Jahr trennte die Band sich von Gitarrist Goatspeed und benannte sich kurzerhand in Grave Pleasures um, ausgewechselt wurde letztlich auch der Drummer, das restliche Line-Up entspricht dem zu Beastmilk-Zeiten.

Stilistisch hat sich nicht viel geändert, auch auf dem Pleasures-Debüt „Dreamcrash“ geht man ähnlich düster zu Werke, begibt sich in die Fußstapfen von The Cure und Sisters Of Mercy, und klingt in etwa so wie Joy Division geklungen hätten, wenn sie bessere Produzenten gehabt hätten. Eine Spur flotter als auf „Climax“ geht es bei „Dreamcrash“ zu, da spricht ein rasanter Track wie „Futureshock“ Bände.

Die Höhepunkte des Albums finden sich dann aber wie erwartet eher in den dunkleren Momenten, den groovig-lasziven Passagen, perfekt eingefangen in Stücken wie „New Hip Moon“, das mit einer melodischen, einprägsamen Gitarre startet und recht schnell in einen tanzbaren Gothic-Beat übergeht. Gar nicht zu erwähnen braucht man hier den kurzen Ausbruch im Refrain, der sicherlich dazu betragen wird, dass sich Tanzflächen über den ganzen Globus (zumindest in den einschlägigen Clubs) füllen werden.

„Worn Threds“ hüllt sich dann in einen leichten Psychobilly-Touch, ohne allerdings allzu aggressiv zu wirken. Besonders hervorgehoben werden muss hier, wie auf dem gesamten Album, das Spiel von Drummer Uno Bruniusson, der sich als wahrhaft würdiger Nachfolger für Schlagwerker Paile entpuppt und auf den Punkt dramatische Stimmung erzeugen kann. „Taste The Void“ kommt dann gar im Indie-Rock-Outfit daher, gibt sich wesentlich dynamischer und geradliniger als noch „Worn Threds“ und mag sich durchaus als Ohrwurm etablieren. Auch das eher gemächlich anlaufende „Girl In A Vortex“ gibt sich eine Spur poppiger als man es von Beastmilk kannte, baut aber im Refrain eine romantische Atmosphäre auf – gotisch-romantisch, ohne kitschig-romantische Anteile, die man bei sanfteren Stücken, unanhängig vom Genre, ja doch unweigerlich erwartet.

Ebenfalls überraschend ist das etwas verschlungenere „Crooked Vein“, in dem McNerney mit ein bisschen Hall in den Hintergrund verlegt wurde und ein Hauch Pete Steele in der Stimme mitschwingt, was dem Song noch etwas mehr depressives Feeling verleiht.

Insgesamt bewegen sich Grave Pleasures und Beastmilk auf ähnlichem Niveau, was die neue Truppe für jeden interessant macht, der Gefallen an der „Climax“-Platte gefunden hat. Auf „Dreamcrash“ gibt sich die Truppe etwas beschwingter, zwar mit nachdenklichem Grundton, aber etwas weniger düster. Nichtsdestotrotz ist „Dreamcrash“ ganz großes Kino und unbedingt zu empfehlen.

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