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Grantig: Medizin

Ein guter Nachfolger
Wertung: 7/10
Genre: Rock, Thrash Metal
Spielzeit: 43:13
Release: 30.04.2009
Label: Drakkar

Dreckig, rockig, deutschsprachig – das waren und sind Grantig. Die Band präsentiert ein gutes Jahr nach ihrem Debüt „So muss es sein“ bereits den Nachfolger „Medizin“. Und sie ist auf einem guten Weg, ihren guten Ruf weiter auszubauen, denn ihr Stil ist in der Tat einzigartig. Musikalisch machen Grantig ihrem Namen alle Ehre und rotzen einen kruden Mix aus Rock, Blues, Metal und gar ein wenig Jazz aus den Boxen, der in metallischer Hinsicht nicht selten an Down erinnert. Passend dazu ist Frontmann Joni Schmid ganz gewiss kein Goldkelchen, sondern röhrt und rotzt seine direkt aus dem Leben gegriffenen Texte mehr ins Mikro, als dass er sie singt.

Zugeben, ich habe mich zuerst ein wenig schwer mit diesem Album getan, was daran liegt, dass ich nicht der größte Fan von deutschen Texten bin – mit Ausnahme derer aus dem Hause Subway to Sally und Die Ärzte. Diese Bands fahren musikalisch aber in völlig anderen Gewässern als die Süddeutschen, die sicherlich auch schon ein paar Mal Motörhead gehört haben dürften. Wenn man allerdings den Texten eine Chance gibt und die ständigen Onkelz-Assoziationen aus dem Kopf bekommt, entfalten sie ihre Wirkung.

Das sollte nur für jene erwähnt werden, die ähnliche Probleme wie ich haben könnten, jetzt soll es um die Musik gehen. Die harmoniert mit dem im besten Sinne dreckigen Gesang nämlich perfekt, was sich beispielsweise in schnellen Rockern wie „24 Jahre“ manifestiert. Hier fühlt man sich mehrfach an Pantera (mit Punk-Einflüssen) erinnert, was sicherlich auch an Joni Schmid liegt, der wie eine deutsche Version von Phil Anselmo klingt.

„Wie fühlt sich das an“ ist einer der gemäßigteren Songs, groovt dafür aber höllisch. Stark ist auch der Text, der sich gegen die allgemeine Oberflächlichkeit richtet. Grantigs Lyrics sind selten mit ausschweifenden Metaphern ausgeschmückt, sondern lassen sich am besten als „Straßenphilosophie“ beschreiben. Und genauso ist das auch richtig, denn auch die Musik ist mit Sicherheit kein Prog-Rock. Mit solch einer Kombination soll es ja auch ein gewisser Lemmy zu gewissem Ruhm gebracht haben.

„Medizin“ ist ein gutes Rock Album geworden, was nach all den weichgespülten deutschsprachigen Bands der letzten Jahre angenehm nach vorne losrockt. Sicher, mit der Zeit fehlt dem Ganzen ein wenig die Abwechslung, das wird aber mit dem unüberhörbaren Enthusiasmus mehr als wett gemacht. Dem normalerweise richtungweisenden dritten Album dürfen Grantig locker entgegensehen.

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