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Granit: Granit

Nicht neu, aber kernig
Wertung: 7.5/10
Genre: Hardrock / Melodic Metal
Spielzeit: 52:57
Release: 03.04.2009
Label: Non Stop Music/Twilight

Wenn man nach einem symbolträchtigen Namen für eine Hardrock-Band sucht, dann ist Granit eigentlich keine schlechte Wahl. Das dachten sich wohl auch Adrian Leu, Adrian Zeller, Oliver Schürch, Lukas Löffel und Roland Wyss und spielen nicht nur unter diesem Namen zusammen, sondern veröffentlichen auch gleich ihr Debütalbum in selbstbetitelter Form. Musikalisch haben sich die fünf Schweizer den Erhalt der alten Hardrock-Schule auf die Fahnen geschrieben; Klischees wollen sie dabei aber möglichst vermeiden. Das haut nicht so ganz hin, aber der Reihe nach.

Der Opener "Hey You" hat zunächst einmal alles, was ein guter Rocktrack braucht: Drive, genug Gitarren, achtelnde Bässe und leidenschaftlichen Gesang. Textlich zeigt sich hier leider wieder die häufige Schwäche englisch singender Nicht-Muttersprachler: die Lyrics sind allerhöchstens Mittelmaß und sprachlich wie grammatikalisch ziemlich holprig. Mit dem nachfolgenden Song "Lonely Little Dreamer", in dem das Leben als Rockstar besungen wird, verhält es sich auch nicht viel anders, Sänger Adrian Leu macht den Mangel auf textlicher Seite aber mit seiner hervorragenden Gesangsleistung locker wieder wett. Der Mann hat einfach das Feuer in der Stimme, das für den Musikstil, dem sich Granit verschrieben haben, unabdingbar ist. Besonders beeindruckend sind die in Kopfstimme gesungenen Passagen; hier braucht sich Leu vor den Großen seiner Zunft nicht zu verstecken.

Mit "Life" haben Granit auch die obligatorische Schmonzballade auf CD gepresst, um die eine Band bei allen harten Tönen wohl nicht herumkommt. Leider ist das Teil so über alle Maßen kitschig und Bon Jovi-like, dass man nur froh ist, wenn endlich der nächste Titel namens "Isolation" mit tollem Refrain und mehrstimmigen Gesängen den Gehörgang erfreut. Auch "Come To My Side" macht reichlichen Gebrauch von choralen Gesängen und landet damit schon in Power Metal-Gefilden. Der Ausflug gelingt aber vorbildlich, was nicht zuletzt auch wieder der Gesangsleistung zu verdanken ist.

Richtig klassisch wird es dagegen wieder mit "Wild", das so etwas wie das granitene "Sweet Home Alabama" darstellt. Moderner und metallischer gebärdet sich dagegen "Flying"; hier trifft eine ziemlich unspektakuläre und so schon zigmal gehörte Strophe auf einen melodischen recht interessanten Refrain. Von der atmosphärischen Seite betrachtet ist dieser Titel der bisher düsterste; diese Stimmung übernimmt "Spin Around" zumindest zu Beginn, bevor der Track sich zu einer optimistischeren, aber nicht minder starken Rocknummer entwickelt.

Damit könnte ein guter Abschluss für die Platte gegeben sein, aber Granit halten von ihrer Ballade "Life" wohl etwas mehr als meine Wenigkeit, weshalb es das gute Stück anschließend nochmal in der "Maxi Edition" auf die Ohren gibt. Meiner Meinung nach unnötig, aber wer's mag...

Fazit: Granit liefern auf ihrem Debüt handwerklich gute Arbeit ab und besonders Adrian Leu kann mit seiner Stimme reichlich Punkte sammeln. Druck, Drive und gute Melodien – all das haben Granit anzubieten und wissen es auch umzusetzen. Natürlich ist das hier Gebotene nicht sonderlich innovativ und in Sachen Abwechslung wäre auch ein wenig mehr Experimentierfreude angebracht gewesen. Aber Granit wollen ja gerade nicht mit dem Zeitgeist gehen, sondern die Vergangenheit des Rock gebührend feiern. Ganz so ohne Klischees schaffen sie das dann leider doch nicht, wie beispielsweise "Life" beweist. Hörbar und genießbar ist der größte Teil der Platte aber allemal. Der ganz große Wurf ist "Granit" sicherlich nicht, für ein Debütalbum aber ein ordentlicher Einstand.

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