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Grand Massive: 2

Gut passende, rohe Mischung
Wertung: 8,5/10
Genre: Stoner Rock/ Metal
Spielzeit: 23:34
Release: 13.02.2015
Label: 7Hard Music

Nee nee, da müssen Grand Massive schon sieben Jahre bestehen, eine Split, eine Single und nun auch eine zweite EP veröffentlichen, bis man das Stoner-Metal-Gemisch aus Bayern endlich auf dem Schirm hat – für mich ein sehr guter Beleg, dass der metallische Nabel dann doch nicht nur hier im Pott zu finden ist, sondern dass auch weit über die Ruhrgebietsgrenzen hinaus unglaublich talentierte Bands den heimischen „Markt“, besser: die heimische Szene bereichern (wie großzügig von dir... – Anm. d. Red.). Und genau das spürt man auch an allen Ecken und Ende der vorliegenden, schlicht „2“ betitelten EP, auf der sechs neue Nummern in fast 24 Minuten zusammengetragen wurden. Und wieder stolpert man über Tausendundeins-Köpfchendreher Dan Swanö, der mittlerweile nicht nur in Krefeld angekommen, sondern der für den prallen Sound vorliegender Platte verantwortlich ist.

Grand Massive vermischen auf der neuen EP Stoner Rock und Metal zu einem wuchtigen Gebräu; kein massenkompatibler und glattgebügelter Einheitsbrei, sondern immer noch schön roh und manchmal etwas ruppig, doch elegant weit um etwaige Sludge-Verdachtsfälle vorbei. Klar, wer nun gleich als ersten Track „Backseatdevil“ anspielt, dem wird natürlich gleich ein Quervergleich zu Danzig auffallen, und tatsächlich kann sich Frontmann Tony so manches mal auf dem Rundling nicht von einer gewissen Glenn-Ähnlichkeit freisprechen, doch während die US-Band wesentlich minimalistischer und auch „runder“ aus den Boxen tropfte, so lebt eben die Grand Massive-Mixtur essenziell von der viel drückenderen, gar mächtigen Soundwand.

Der Anspieltipp „I Am Atlas“ ist gerade da ein schönes Paradebeispiel, wie man mit schleppenden Arrangements reichlich Spannung aufbauen kann, wie ein Song sich wie eine Walze davonmacht und hinter sich eine platte Hörergemeinschaft hinterlässt, wo schwofbare und nickkompatible, jederzeit eingängige und trotzdem nicht radiokitschige Strukturen mit einem schneidigen Solo eben dem Stoner-Subgenre einen schön wüsten Sonnenstrahl verpassen – nein, hierfür braucht man keine bewusstseinserweiternden Aufputschmittel, hier reicht einfach der Song an sich und gut ist.

Mit „In The Woods“ setzen Grand Massive zwar einen ruhigen, mit einigen Effekten aufgemotzen Kontrast, schaffen aber die Gratwanderung, ruhige Atmosphäre einzubauen und die Spannung der EP zu halten, auch, weil das anschließende, mit verzerrter Stimme startende „Embracing The Eyesore“ einfach wieder ausreichend wilden Punch besitzt und recht einnehmend den bisherigen guten Eindruck des Silberlings verteidigt.

Die große Frage bei Grand Massive dürfte eigentlich nur sein, ob sie denn auch auf einer Full-Length-Scheibe auch den Spannungsbogen aufrecht erhalten können – wir werden es ja möglicherweise hören. Bis dahin darf man sich locker mit „2“ zufrieden geben, denn Fans von Stoner mit einer gehörigen Portion rotziger Metalattitüde dürften hier einmal mehr eine heimische Perle willkommen heißen. Bockstark.

PS: Aktuell ist auf der Facebook-Seite der Band zu vernehmen, dass sie erneut an einer EP arbeiten. Fans der Truppe müssen wohl auf ein komplettes Album noch etwas länger warten. Down hatten ja auch mal angekündigt, lieber immer wieder neue EPs zu veröffentlichen, um so nicht nur immer wieder was frisches am Start zu haben, sondern auch neue Facetten besser abbilden zu können.

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