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Grand Magus: Sword Songs

Mit drei Viertel geschliffener Klinge
Wertung: 7,5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit:
Release: 13.05.2016
Label: Nuclear Blast

Das Stockholmer Trio Grand Magus gehört eigentlich trotz einiger Soundänderungen seit Jahren zu den Konstanten in der Szene, immer wieder mit den epischen Songs am oberen Limit, und nicht zuletzt bei den Festival- und Clubshows zeigt sich immer wieder, wie groß denn doch die „Hitdichte“ aus Sverige ist. Und genau da liegt dann auch ein wenig der Wurm begraben, denn auch wenn die Band natürlich ganz besonders von der Stimme von JB profitiert, so kommt man leider nicht umhin, dass auf dem nunmehr achten Longplayer die Klinge nur zu drei Vierteln geschliffen ist... die Handbremse wirkt wie leicht angezogen, und erst langsam schleichen sich dann doch die Melodien ins Kleinhirn.

Als idealer Track für die Liveverköstigung bietet sich „Master Of The Land“ an, setzten Grand Magus hier auf Midtempo, doch der Song lebt im Wesentlichen von der dominanten Gesangslinie, die auf den Punkt begeistert und sich irgendwo zwischen episch geil und hart rockend einpendelt. Ein paar wuchtige Doublebass-Takte zur melodischen Gitarre sorgen zusätzlich noch für ein Stückchen mehr Wumms – für Grand Magus-Fans ein gefundenes Fressen. Auch das anschließende „Frost And Fire“ gehört zu den zackigeren Ausritten auf dem Album mit dem Fokus auf die eingängige Gesangslinie, und ein kurzer doomig-grooviger Ausflug schraubt den Wiedererkennungswert nach oben, womit einmal mehr eine ganz sicher angelegte Livegranate vorliegt.

„Varangian“ wurde ja schon vorher durch die weltweite Netzgemeinde auseinandergenommen, allerdings schleicht sich hier einmal mehr ein prächtiger Ohrwurm durch die Langrillen, der vielleicht im Refrain noch ein bisschen mehr Druck vertragen hätte, der aber auch so mit reichlich Melodie angereichert auf dem Album besser als vorher erwartet dahertönt. Wohin die gesamte Marschroute denn auch gehen soll, zeigte ja schon der Opener „Freja's Choice“, ein unverkennbarer Ohrwurm aus dem Hause Grand Magus mit durchweg fettem Groove.

Die Schweden zeigen aber zwischendurch ein ganz anderes Gesicht: Die kurze Instrumentalnummer „Hugr“ weist einen leicht folkigen Touch auf und bildet kurz vor Schluss einen entspannten Ruhepol, der insofern eine gewisse Spannung auszubauen weiß, als dass man sich fragt, wohin sich denn das an sich stimmige Stück entwickeln mag – Ausflug gelungen. Das unmittelbar anschließende „Every Day There's A Battle To Fight“ gewinnt dadurch aber auch an Zugkraft, doomt regelrecht schwermütig mit einer gehörigen Portion Melancholie und selbst der schwedische Blick gen Manowar-Prosa verhindert nicht, dass am Ende dennoch ein weitere Anspieltipp als Ohrwurmfutter parat steht – gekreuzte Fäuste inklusive. Bis zu diesem Zeitpunkt hat man die überflüssigen Hey-Rufe in „Born For Battle (Black Dog Of Brocéliande)“ glatt vergessen – das hätten sich Grand Magus auch mal klemmen können, haben sie doch gar nicht nötig. Trotzdem vermischen sie hier Groove, Epik und die typische Magus'sche Machart zu einem harten und eingängigen Konglomerat, allerdings schrammt der Refrain geradezu an der perfekten Eingängigkeit vorbei.

Natürlich erfindet das Trio das Rad nicht neu, doch der Wiedererkennungswert ist hoch, die meisten Songs sehr stimmig, vielleicht in der Summe ein wenig metallischer und weniger doomig, aber noch immer eindeutig Grand Magus. Den Fan freut es, denn man darf da auch herzhaft zugreifen. Liegt übrigens auch auf Vinyl mit prima Klappcover vor.

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