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Grand Magus: Hammer Of The North

Drei Schweden zeigen dem Metalvolk, wo der Hammer hängt: Im Norden
Wertung: 9.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 49:20
Release: 18.06.2010
Label: Roadrunner

Grand Magus kehren zurück mit einem neuen Plattenlabel, und natürlich einer neuen Scheibe im Gepäck. Nach dem grandiosen Album „Iron Will“ zückt die Band nun den „Hammer Of The North“. Das Ganze wird über das Majorlabel Roadrunner veröffentlicht, was auch nicht verwundert, denn der eiserne Wille wurde geradezu mit Lobeshymnen überschüttet und das nur zu Recht. Hören wir also mal, ob man den Weg weg vom leicht staubigen Stoner Rock zum traditionellen Heavy Metal mit Doom-Einflüssen weiter beschritten hat.

„I, The Jury“ beginnt fast wie ein alter Judas Priest-Song, welcher in den Endsiebzigern, Anfang Achtziger ungerechtfertigter Weise unbeachtet blieb. Die Band zollt hier dem traditionellen Heavy Metal ihren Tribut. Das macht Spaß und gerade, weil JB neben der Gitarrenarbeit auch ein wenig mehr in höheren Tonlagen singt, kommt hier richtig Stimmung auf. Der Schädel kreist und sorgt für einige Luftverwirbelungen. Starker Einstieg.

„Hammer Of The North“ besorgt es dem Hörer mit brabbelndem Bass und deutlich groovenderen Klängen. Hammer, was für ein Titeltrack. Irgendwie stampfend bahnt sich der Song seinen Weg ins Gedächtniszentrum und nistet sich da unwillkürlich ein. Auch wenn ich mir eine zweite unterstützende Gitarre bei Grand Magus wünsche, das hier passt in seiner Form absolut. Der Schädel fliegt vor und zurück und man preist die nordische Mythologie. Da, wo Manowar noch Tonnen Bombast draufpressen, lassen die Schweden einfach Freiraum und ihre Musik für sich selbst sprechen. Absolut genialer Song mit viel Kultfaktor.

„Black Sails“ beginnt mit Wikingerhörnern und einem dumpf bedrohlich wirkenden Männerchor. Dann erklingt fast schon heroisch JBs Gitarre und das lyrische Unheil nimmt seinen Lauf. Eine tolle Gesangsmelodie mit bester Gitarren- und Bassarbeit sorgt für mächtig Freude beim Hörer. Die Zeichen stehen tatsächlich auf Sieg, wenn es darum geht, den Vorgänger „Iron Will“ noch zu toppen. Das wird live wohl für einen Orkan im Publikum sorgen, der dem Schiff Grand Magus zusätzliche Fahrt verleiht.

„Mountains Be My Throne“ hätte irgendwo auch aus alten Black Sabbath-Zeiten stammen können, welches nun deutlich aufpoliert wurde und in neuem Glanz leuchtet. Ich muss zugeben, dass mir hier die zweite Gitarre schon etwas mehr fehlt, denn da hätte man noch das kleine I-Tüpfelchen mit drauf setzen können.

„Northern Star“ kann da dann leider nicht mehr so richtig mithalten. Zu unauffällig und lediglich mit einem gefälligen Refrain ausgestattet, kann der Song nur bedingt punkten. Etwas zügiger angelegt, geht viel von dem tollen Flair, den Grand Magus normaler Weise versprühen, verloren.

Das ändert sich dann aber doch von einer Sekunde auf die andere. „The Lord Of Lies“ stampft mit richtig tollen Vocals langsam und fast schon ein wenig verstohlen majestätisch daher. SEB treibt die Musik langsam, aber kontinuierlich mit seinem Schlagzeug vor sich her, um dann im Mittelteil das Tempo deutlich anzuheben, ohne allerdings in irgendwelche Speedorgien zu metamorphieren. Das macht Spaß, das rockt und sorgt für Bewegung.

Richtig Gas gibt die Band dann bei dem kürzesten Track des Albums: „At Midnight They`ll Get Wise“. Der Nacken bekommt eine höhere Betriebstemperatur und die Band zockt einen weiteren Hammer fürs Livepublikum, denn da dürfte einiges abgehen.

„Bond Of Blood“ hat dann wieder ein wenig True Metal-Gene in sich vereint, ohne aber schmalzig und aufgesetzt zu wirken. Toll, wie der Song da speziell durch das Drumming von SEB ein wenig sperrig rüberkommt. Da grölt man doch gerne mal mit.

Mit fast schon fröhlichem Groove wird dann „Savage Tales“ begonnen. Hier sieht man JB frech und breit grinsend, völlig durchgeschwitzt seine Gitarre bearbeitend vor dem geistigen Auge. Das macht einfach nur Spaß und sorgt für metallische gute Laune. Hier stört sogar ausnahmsweise das Ausfaden nicht, denn so schwelgt man noch ein bisschen länger mit der tollen Melodie.

„Ravens Guide Our Way“ kann natürlich nur von Raben eingeleitet werden. Dann der Bass, der die musikalische Seite eröffnet, um dann in Einklang mit Drums und Gitarre vor sich hin zu brabbeln. Heroisch wird dahergestampft, um dann beim Gesang sehr deutliche Manowar Melodien aufzugreifen, aber aus den besseren „Battle Hymns“-Zeiten. Ein großer Abschluss für ein großes Album einer zahlenmäßig kleinen Band, was die Mitgliederanzahl angeht.

Fazit: Schon wieder eine richtig tolle Scheibe in diesem Jahr. Grand Magus zeigen, dass „Iron Will“ kein positiver Ausrutscher war, sondern einfach nur gezeigt hat, welchen Qualitätsstandard die Band inzwischen hat. Schade nur, dass wohl lediglich Festivalauftritte für diesen Sommer geplant sind.

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