Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

GRAI: Mlada

Folklore trifft Metal
Wertung: 8/10
Genre: Folk-Metal
Spielzeit: 46:16
Release: 03.10.2014
Label: Noizegate Records

Wenn man an russischen Folk-Metal denkt, kommt einem höchst wahrscheinlich als Erstes Arkona in den Sinn. Aber die Russen haben natürlich noch viele andere Bands zu bieten, was bei der Größe des Landes auch nicht weiter verwundert. Eine dieser Bands ist GRAI, welche mit „Mlada“ ihr drittes Studioalbum veröffentlichen. Die Band verbindet hier die typischen Folk-Elemente mit kraftvollem Metal.

Die Lieder sind dementsprechend auch meistens fröhlich und voller Temperament, dieses entsteht vor allem durch den geschickten Einsatz der Flöte. Egal, ob in dem kraftvollem „Beard“, dem flotten „Hunt“ oder dem gefühlvollen „I Will Sow My Sorrow“ die Flöte erschafft immer ein starkes Klangbild, ohne zu dominieren. Ein weiterer Aspekt ist natürlich der Gesang, welcher hier meistens durch Irinas Harmonie geprägt wird und sich immer gut in den Sound einfügt. Aber ab und zu kommen auch kraftvolle Growls zum Einsatz, welche dem ganzem eine andere Richtung geben und alles etwas energiegeladener machen wie zum Beispiel in „Hunt“.

Das Titellied zeigt wiederum, worauf es der Truppe ankommt: Gefühlvoller Gesang, unterlegt mit starken Gitarren, in Verbindung mit gut platzierten Tempowechseln erweckt den Folk zum Leben.

Unter Folk versteht jeder etwas anderes, der Begriff Folk stammt von Folklore, was so viel wie Volksüberlieferung bedeutet. Der Titel „Hay Harvest“ ist wahrscheinlich eines der besten Beispiele hierfür. Wie der Name schon sagt, geht es um die Heuernte, ein sehr wichtiges Ereignis für jeden Bauern auf der Welt. Deshalb ist es kein Wunder, dass dieses Thema Einzug in viele Volkslieder gehalten hat. Das unterscheidet GRAI dann auch von den meisten anderen Vertretern des Folkmetals: Während diese sich oftmals immer wieder um die typischen Trinklieder/Spaßlieder drehen, besinnen sie sich auf den eigentlich Gedanken des Folks.

„Mlada“ was so viel wie junges, hübsches Mädchen bedeutet, ist ein sehr facettenreiches Album. Wie bei den meisten Alben dieser Art muss man sich auch hier etwas Zeit nehmen, um sich hineinzuhören. Aber wenn man dies tut, wird man auf jeden Fall belohnt. Es hat alles, was man von einem Folk-Metal-Album erwarten kann: Schnelle, abwechslungsreiche Titel, die aber auch mal langsam und nachdenklich werden, aber immer unterhalten. Die Instrumente sind alle gut eingespielt und kommen an der richtigen Stelle zum Einsatz, wodurch sich immer ein stimmiges Bild ergibt. Bei den Instrumenten gibt es dann auch keine echten Überraschungen, sondern es handelt sich um die üblichen Verdächtigen, neben der Gitarre kommen die Flöte und der Dudelsack zum Einsatz. Das einzige für Westeuropäer ungewohnte Instrument ist die Kaljuka, eine russische Obertonflöte welches im Lied „Yaz´“ gut zur Geltung kommt. Der russischsprachige Gesang übernimmt den Rest und rundet das Ganze ab. Abschließend kann man nur sagen „Mlada“ ist ein Werk, das jedem Folk-Metal-Fan, der nicht nur Trinklieder hören möchte, ans Herz zu legen ist.

comments powered by Disqus

Die High- und Lowlights der Redaktion im vergangenen Jahr

Von ausgelassener Stimmung, Perfektion und einer fetten Panne

"Ich mache im Grunde all das, worauf meine Kollegen bei Ctulu keinen Bock haben und was immer schon mal aus mir raus musste."

Überraschungen zum 30-jährigen Geburtstagsrausch

Wer hat Angst vorm Saxophon?

Von Gänsehautmomenten bis hin zum Circle-Pit

Starkes Debüt, welches nach einer baldigen Wiederholung schreit

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“