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GRAI: Ashes

Für GRAI könnte hier der Durchbruch stattfinden
Wertung: 9/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 50:06
Release: 01.12.2017
Label: Noizgate Records

Vor einigen Jahren schwappte eine wahre Pagan- und Folk-Metal-Welle in Form illustrer Bands wie Equilibrium oder Eluveitie über die Köpfe interessierter Hörer hinweg. Mittlerweile ist der Hype deutlich abgeflaut, einige wenige Bands schaffen es aber doch noch durch das Raster und bahnen sich mutig ihren Weg durch den Veröffentlichungs- und Neugründungsdschungel.

Die russische Formation GRAI ist so eine Truppe, die mittlerweile seit zehn Jahren unter diesem Namen musiziert und eine trotzdem immer noch erstaunlich frische Mischung aus Folklore, Metal, weiblichen Gesängen und männlichen Growls bietet – auch auf dem mittlerweile vierten Full-Length-Album „Ashes“, bei dem zum ersten Mal in der Bandgeschichte ein englischer Albumtitel benutzt wird.

Zwei Damen und zwei Herren rackern sich hier mit  viel Leidenschaft an den Mikrophonen ab, neben klassischen Instrumenten wie Gitarre, Drums und Bass kommen außerdem noch exotischer anmutende Dinge wie Maultrommeln und die traditionelle russische Flöte Kaljuka zum Zuge, auch ein Dudelsack darf hier nicht fehlen – letzterer sorgt vor allem als Unterstützung für die Gesangsparts von Irina und Aliya für ein schön folkloristisches Feeling, beispielsweise beim schwungvollen „A Water Well“. Für dramatische Instrumentalparts wie bei „Darkness With Me“ sind GRAI ebenso zu haben wie für die regelrechten Growl-Duelle zwischen den beiden Frontern Vitold und Yuri „Sadist“ im bärenstarken „Song Of Dead“, das schon nicht ganz unschuldig mit einer zierlich klingenden Flöte und unheilschwangeren Drums eingeleitet wird und sich zu einem der härtesten und kraftvollsten Tracks auf „Ashes“ mausert.

Mit dem zu Beginn überraschend thrashigen „Shade“ wird der Fluss des Albums ein wenig durchbrochen, die Beine hier still zu halten wird zunehmend schwieriger, wobei sich natürlich so ziemlich jeder hier vertretene Song als irgendwie tanzbar erweist. Hauptaugenmerk liegt auch hier auf den fiesen Growls der Herren der Schöpfung, die Tradition wird hauptsächlich durch Flöteneinsatz und den weiblichen Gesang im Refrain gewahrt. Gerade mit dem Titeltrack haben GRAI dann aber nochmal alles richtig gemacht: Eine schöne, warm klingende Akustikgitarre setzt Akzente, während die beiden Damen gemeinsam den wehmütigen Gesang bestreiten, der die Sprachbarriere einfach mal komplett in den Hintergrund treten lässt.

Als schönen Kontrast gibt es zum Finale mit Rotting Christs „… Pir Threontai“ noch ein vor Dudelsäcken strotzendes, geniales Cover, das sogar deutlich mehr Bums mitbringt als die 2010 erschienene Vorlage. So setzen GRAI einen starken Schlussstrich unter ein erstaunlich locker-flockig klingendes Album, bei dem sich sehnsuchtsvolle Stimmungen ohne jegliches Pathos (!) mit aggressiven Schlachtnummern abwechseln – ein großes Lob an die Musiker, die sicherlich mit „Ashes“ endlich deutlich an ihrem Bekanntheitsgrad schrauben dürften.

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