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Grady: Y.U. So Shady

Typisch texanischer Flair
Wertung: 6/10
Genre: Cowboy Rock
Spielzeit: 44:15
Release: 23.03.2007
Label: Cargo Records

Die schiesswütige Macho-Epoche des Wilden Westens konnte mich bereits schon als Kind nur in seiner überspitzen oder komödiantischen Form reizen. An erster Stelle seien hier natürlich die kultigen Spagetti-Western mit Bud Spancer und Terence Hill genannt, bei denen man sich wirklich herzhaft von der ersten bis zur letzten Minute köstlich amüsieren konnte (und es auch heute noch problemlos kann!).

Sollten es aber dennoch mal ernstere Vertreter dieses Genres sein, geht zumindest für mich persönlich nichts über die beiden Filmklassiker “Spiel mir das Lied vom Tod“ (Sergio Leone, 1968) und “Leichen pflastern seinen Weg“ (Sergio Corbucci, ebenfalls 1968). Was wohl definitiv daran liegt, dass beide Produktionen seinerzeit aus einer europäischen - und nicht etwa amerikanischen - Sichtweise erzählt und gedreht wurden. Der Unterschied: Während die amerikanische Exponate mehr auf stereotypische Krawallmachanismen mit übertriebenen Patriotismus ausgerichtet sind, stehen bei den europäischen Kollegen im allgemeinen mehr die Authenzität der Charaktere, Geschichten und Handlungsstränge im Vordergrund (ohne sich dabei aber in übertriebenen Klischees zu suhlen).

Doch warum nun dieser spontane Exkurs in das Genre des Wilden Westens? Ganz einfach: Mit dem Album “Y.U. So Shady?“ von Grady, haben wir drei waschechte Texaner vor uns. Entsprechend ihrer Herkunft gibt man sich bereits beim Outfit jede Mühe, dem typischen Bild eines US-Cowboys gerecht zu werden (sprich, das komplette Programm vom Westernhemd über Spitzstiefel, Cowboyhut und wild wuchernden 8-Tage-Bart).

Musikalische Wurzeln sind hierbei eindeutig bei den frühen Tagen von ZZ Top zu finden. Alternative Einflüsse auf “Y.U. So Shady?“ finden sich aber ebenso als gezielte Anleihen auf Lenny Kravitz wieder (die klare Gesangsstimme von Gordie „Grady“ Johnson ist der von Kravitz unglaublich ähnlich). Mischt man dem Ganzen noch ein paar krachende Punk-Rock-Rhythmen und eine staubig-verruchte Westernsaloon-Atmosphäre bei, erhält man „elf Songs für echte Kerle“ (na ja, zumindest mehr oder weniger *lach*).

“Y.U. So Shady?“ rockt mitunter ganz ordentlich vom ersten bis zum letzten Song vor sich hin. Wirkliche Überraschungen gibt es hierbei aber nicht zu vermelden, da das Album ab und an doch etwas zu sehr eindimensional gehalten ist. Titel wie “Hammer in my Hand“, “Woman got my Devil“, “Three Minute Song“ und “Western Cowboy“ birgen auf Grund ihres typisch texanischen Flairs schon so etwas wie Kultpotenzial in sich. Andererseits wirkt das eingeschlagene Konzept auf “Y.U. So Shady?“ nach spätestens der Hälfte der Gesamtspielzeit etwas ermüdend und durchschaubar.

Aufgenommen wurde das Grady-Debüt übrigens in gerade einmal sieben Tagen in Willie Nelson´s “Pedernales Recording Studio“. Empfehlen kann man “Y.U. So Shady?“ definitiv allen Cowboy- und Wild West - Fans. Aber auch Hörer von ZZ Top und den Spin Doctors dürften mit dem Output des US-amerikanischen Trios ihre (bleihaltige) Freude haben.

Die europäische Auflage von “Y.U. So Shady?“ wird zusätzlich den offiziellen Videoclip von “Woman got my Devil“ enthalten. In diesem Punkt wird sich wohl auch das finale Coverartwork von der amerikanischen zur europäischen Version unterscheiden: Während das US-Cover aus dem Jahre 2005 komplett auf dem Zeichenbrett entstand (siehe unser hier abgebildetes Cover), wird man in Europa höchstwahrscheinlich an dessen Stelle ein schickes Schwarzweissfoto der Band vorfinden können.

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