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Gracepoint: Echoes

Godsmack meets Grunge meets Prog Metal
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Metal, Heavy Metal
Spielzeit: 50:23
Release: 08.04.2016
Label: Eigenproduktion

Gracepoint aus Minnesota dürften in Deutschland trotz medialer Vernetzung noch nicht allzu bekannt sein. Die Mitschuld daran trägt sicherlich die Tatsache, dass der US-amerikanische Fünfer derzeit labellos umherstreift und auch die Veröffentlichung der zweiten Full-Length-Scheibe „Echoes“ ohne die Unterstützung einer größeren Plattenfirma bewerkstelligen muss. An der Qualität kann es indes nicht liegen, denn obwohl die zehn Songs auf „Echoes“ durchaus gewöhnungsbedürftige Passagen enthalten, dürfte der Sound im Großen und Ganzen doch einige Power- und Prog-Metal-Fans ansprechen.

Aushängeschild ist hier sicherlich wie bei den meisten Bands Sänger Matt Tennessen, der sich die meiste Zeit mit kehligem Gesang ein bisschen Richtung Grunge bewegt, aber auch klassische Hard-Rock-Vocals beherrscht und überhaupt einiges an stimmlichem Talent mitbringt – dabei schaut der Mann eigentlich eher aus wie ein verkappter Bodybuilder. Dass die Truppe zu ihren Einflüssen Bands wie Rush oder Queensrÿche zählt, ist allein durch die satten Gitarren mehr als offensichtlich, Einflüsse wie Black Sabbath sucht man jetzt im direkten Vergleich eher vergeblich.

Songs wie „Crucible“ schlagen stimmlich erst mal in die Grunge-Kerbe, kommen aber wesentlich düsterer und massiver daher, eine Gitarrenwand baut sich auf, man fühlt sich an die hypnotischen Tracks der frühen Godsmack erinnert – auch stimmlich kommt man nun endlich auf den Trichter, dass Matt klingt wie eine Mischung aus Sully Erna und Layne Staley. Der Vergleich könnte für den Ami durchaus schlechter ausfallen.

Ist der Groschen erst einmal gefallen, fallen immer mehr Parallelen zu Godsmack auf, vor allem die Live-Acoustic-Scheiblette „The Other Side“ kommt einem da schon mal in den Sinn; klar beziehen Gracepoint aber auch Stellung zum eigenen Sound, wagen sich bei „Bittersweet“ zum Beispiel mit Akustikgitarren-Flair in etwas experimentellere Gefilde – im Refrain wird wieder die Elektrische ausgepackt und drauflos gebretzelt. Grade beim Titeltrack wollen die Jungs dann ein bisschen zu viel, ziehen die Prog-Handschuhe an, die aber eine Nummer zu groß zu sein scheinen – ein roter Faden ist schwierig auszumachen, herausstechend aber auch hier wieder die Gesangesleistung, ebenso wie die Gitarrenfrickelei, die einen fast schwindlig macht.

Im Verlauf zeigen sich zwar immer mal wieder kleinere Durchhänger und gerade in den ersten Durchläufen kann man sich noch nicht so recht entscheiden, ob man die Jungs jetzt gut finden soll oder nicht; nach einiger Zeit schaffen aber zumindest ein paar Songs den Weg ins Ohrwurmareal, fressen sich dort fest und erhalten so entsprechende Punktezahlen. Viel kann durch die Gesangsparts ausgeglichen werden, die wirklich überraschend variabel ausfallen – mit einer etwas druckvolleren Produktion hätte sicherlich die Instrumentalfraktion auch noch ein bisschen mehr gepusht werden können.

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