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Grabak: Agash Daeva

Bestialisch, praktisch, gut!
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 45:26
Release: 08.06.2007
Label: Black Blood Records

Plägg Meddl – so muss dat klingen! Grabak schmeißen der Dunkelkreischgarde mit „Agash Daeva“ so ein fettes Steak hin, dass selbst allen anderen Extrem-Metallern das Wasser im Munde zusammenlaufen sollte. Ja, die deutsche Horde setzt die Messlatte für kompromisslosen Black Metal aus Deutschland wieder ein ganzes Stück höher und knüppelt auch so manche skandinavische Kultfigur in Grund und Boden.

Wie kommts? Grabak, gegründet schon im Jahre 1995, machen seit 1997 die Plattendreher von BM-Liebhabern unsicher, denn damals veröffentlichten sie ihre erste und einzige Demo, welche, nach jetzigen Standpunkt ihrerseits, wohl viel erfolgreicher hätte sein können bei entsprechender Vermarktung. Nach drei Alben über CCP Records, von denen das letzte 2003 das Dunkel der Hölle erblickte, versucht man es nun mit „Agash Daeva“ abermals die hungrige Meute mit abwechslungsreichem, aber stilistisch ausgewogenem Schwarzmetall zum Jauchzen zu bringen.

Charakteristisch für den Sound ist die wohl von mir bisher noch nirgends sonst gesehene und äußerst positiv umgesetzte Verwendung von zwei Bassisten. Einer spielt wie gewohnt den Druck, der andere darf verzerrt, aber nicht undifferenziert, alles niederwalzen. Nicht verwunderlich dann auch die Tatsache, dass nur die beiden Bassisten und der Vokalist alle Schaffensperioden der Band überdauert haben. Generell ist die Abmischung bis auf kleine Schwächen im Schlagzeug, welches sich im Spiel übrigens auch durch Black Metal-fremde Techniken auszeichnet, ziemlich gut gelungen, „fett“ bietet sich da auch als optimale Beschreibung an.

Bekannterweise üben sich viele Kapellen im Black Metal gerne in Monotonie. Ob das an Ideenlosigkeit, mangelnder Umsetzungsfähigkeit oder gewollter Atmosphäre liegt, sei einmal dahin gestellt. In den meisten Fällen arbeitet es für mich jedenfalls nicht ausreichend, um mich derart zu fesseln, wie es die neue Grabak-Scheibe tut. Abwechslung ist eines der Markenzeichen von dem neuen Silberling, obwohl man ihm trotzdem zugute halten muss, dass es keinen stilistischen Ausfall gibt. Alles fügt sich schön ins Gesamtbild ein, und mit „schön“ meine ich rasend, infernal und wunderbar geeignet um sich das Hirn wegzubangen.

Auch textlich bewegt man sich im Konzept. Horrorszenarien, Satansgelüste und menschliche Abgründe werden in englischer und deutscher Sprache gleichwertig vorgetragen. Dies alles geschieht in einem vergleichbar tiefen Gekreische, wobei Gerotze an dieser stelle auch nicht unpassend wäre.

Zusammenfassend darf man sagen, dass alle Details, und davon gibt es viele, bei aller Aggression wunderbar herauszuhören sind. „Agash Daeva“ ist eine feurige Platte, die sehr viel Spaß macht, sofern man bei dieser Spielart des Metals überhaupt davon reden kann. So jedenfalls sollte Black Metal dieser Tage klingen, modern ohne die Wurzeln zu vergessen. Ich frag mich immer noch, was für ein Mensch oder Tier man sein muss, um solch eine Scheibe zu schreiben und einzuhämmern. Bestialisch, praktisch, gut!

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