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Gotthard: Domino Effect

Großes Hard Rock Kino
Wertung: 9.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 55:30
Release: 27.04.2007
Label: Nuclear Blast

Nach dem starken “Lipservice” Album, welches sich härtegradtechnisch wieder an den ersten Alben der Band orientierte, war ich schon sehr gespannt, ob Gotthard nun beim Nachfolger weitermachen. Und ja, es kracht wieder, wie schon beim Vorgänger, etwas mehr.

Los geht`s erstmal mit Keyboards und einer Gitarre. Hena Habegger klopft an und es rockt drauflos. Ja, Gotthard haben es sichtlich nicht verlernt, harten Rock mit gelungenen Melodien, die sich schnell im Kopf festsetzen, zu kreieren. „Master Of Illusion“ ist ein würdiger Beginn für diese Scheibe.

„Gone To Far“ lässt ohne Umschweife das Bein mitwippen und den Kopf zu Nicken beginnen. Ein toller Rocker, welcher es aber nicht nötig hat, so richtig abzugehen, etwas Behäbiges haben die Schweizer hier eingebaut. Aber die Eidgenossen aus dem Nachbarland haben es ja schon immer verstanden, bei guten Produkten etwas wegzulassen und trotzdem Begeisterung zu ernten. Siehe auch den Schweizer Käse mit seinen Löchern.

Spätestens „Domino Effect“ ist als Highlight zu werten. Toll, wie Sänger Steve Lee hier dem Song durch seine Stimme und den Gesangslinien einen unglaublichen Flair verleiht. Auch Tage später schießt mir der Song immer wieder in den Kopf. Live wird er bestimmt aus hunderten begeisterten Kehlen mitgesungen. Das relativ abrupte Ende gefällt mir zwar nicht so sehr, aber mal sehen, was die Band sich hier live einfallen lässt.

„Falling“ garantiert Gänsehaut im Stile der erfolgreichsten Aerosmith Balladen mit einer guten Portion Bon Jovi. Toll, was uns die Band hier abliefert. Augen zu und langsam dahin treiben, um zu guter Letzt in einer Powerballade zu enden.

Dann kommen wir zur ersten Singleauskopplung „The Call“: Ein wirklich guter Song, welcher aber nicht mit dem genialen „Falling“ mithalten kann. Trotzdem eine der besseren Rockballaden. Leo Leoni`s und Freddy Scherer`s Gitarren sorgen schon für sehr emotionale Momente bei diesem Song.

Nach den zwei Balladen wurde es dann aber auch wieder höchste Zeit, um etwas den Powerregler hochzudrehen. „The Oscar Goes To …“ ist dafür bestens geeignet. Marc Lynn`s Bass setzt hier einige tolle Akzente, bevor das Gitarrensolo beginnt. Mehr davon, Marc! „The Cruiser (Judgement Day)” beschreitet den jetzt eingeschlagenen Weg weiter, zwar verbirgt sich hier kein weiters Highlight, aber dennoch ein starker Hardrocksong. Dies zeigt auch den hohen Qualitätslevel der Band. Man sucht hier reine Lückenfüller vergeblich.

„Heal Me“ donnert mit einem Hammerriff durch die Boxen. Der Bass grummelt vor sich hin und Steve`s tolle Stimme thront über allem. Der Kopf geht vom entspannten Nicken ins seichtere Headbangen über.

„Letter To A Friend“ ist dann wohl so als absoluter Übersong dieses Albums zu bezeichnen, und darf sicherlich nie wieder in einer Setlist der Band fehlen! Genial einfach, aber absolut genial in Szene gesetzt. Also, der Hardrockfan, der hier nicht ins Schwärmen kommt, nee also wirklich, das gibt`s nicht.

„Tomorrow`s Just Begun“ beweist mal wieder, dass Gotthard auch gerne mal auf dem schmalen Grat zwischen Rock und Hardrock balancieren. Aber das so gekonnt, dass die Bands aus dem Rockolymp wohl schon beginnen, ein Plätzchen für Gotthard frei zu räumen. Dieser Song, welcher mich ein wenig an Bands wie Nazareth erinnert, gehört schlicht und ergreifend in jede Plattensammlung, die das Wort Rock beinhalten soll.

„Come Alive“ klingt, als ob er schon 20 Jahre alt wäre und nun in neuem Gewand ins Volk gehämmert wird. Also wirklich, dieser Schweizer Fünfer legt schon mal die Messlatte für alle Hardrockveröffentlichungen dieses Jahr sehr hoch.

„Bad To The Bone“ groovt sich hier im klassischen leicht bluesig angehauchten Hardrock durch die Membranen, dass man sich den Song auch auf der ein oder anderen älteren Scheibe der Hardrockgötter Whitesnake vorstellen könnte. „Now“ geht bei all diesen sensationellen Stücken auf der Scheibe ein wenig unter, was allerdings sehr schade ist, denn es handelt sich hier um einen guten Rocker.

„Where Is The Love When It`s Gone” beschließt dann diese grandiose CD. Mmh, eine weitere gute Ballade, aber irgendwie hätte ich mir zum Abschluss noch mal ´ne Abgehnummer gewünscht. Egal, um die aufgeworfene Frage des letzten Liedes zu beantworten: Die Liebe zur Musik der Band bleibt und die CD startet von vorn.

Fazit: Großes Hardrockkino! Hier kann man als geneigter Fan eigentlich nicht vorbeilaufen. Nachdem mich die Band mit ihrem Debüt „Gotthard“ und dem Nachfolger „Dial Hard“ Anfang der Neunziger richtiggehend umgehauen hatte, schafft es die Band, mit dieser Scheibe letztendlich das damalige Gefühl in mir wieder herauf zu beschwören.

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