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Gothminister: Utopia

Superlative gehen schon zu Mitte des Albums aus!
Wertung: 10/10
Genre: Industrial-Gothic
Spielzeit: 43:03
Release: 17.05.2013
Label: Afm Records (Soulfood)

Da wäre der Euro Vision Song Contest in Malmö direkt ansehenswert gewesen, hätte der Norweger Gothminister es geschafft den Vorentscheid für sich zu entscheiden. Mit „Utopia“ trat der Rechtsanawalt Bjørn Alexander Brem gegen den gesamten Singsang der Übrigen an und unterlag leider, trotz ehrfürchtiger Horrorvorstellung die es in sich hatte. Ist immer die Frage, ob das nicht doch was Gutes hat, bei so einer faden Show dann doch nicht dabei zu sein.

„Utopia“ allerdings ist nun auch der Titelsong des neuen Albums und hat es gewaltig in sich. Es kracht und knallt und die Melodie ist eingängig und hat enormen Ohrwurmcharakter. Immer und immer wieder möchte man den Song hören und sieht vor dem geistigen Auge die Skelette aus den Gräbern steigen. Der Song kann wirklich die neue Gothminister Hymne werden.

Nun aber mal zum Beginn. Der Einspieler, das Intro, hat etwas von einem Hörbuch. Ganz leise hört man wie sich etwas aufbaut. Atmosphärisch reißt „The New Beginning“ den Hörer in einen Gewittersturm und das Kinderjammern lässt einem einen Schauer den Rücken runter laufen und schon ist der Hörer mitten in der neuen Welt, denn „Someone Is After Me“ macht musikalisch mit riesigem Geschepper mehr als deutlich, dass wir es hier mit einer Verfolgungsjagd zu tun haben. Hier zeigt sich dann auch deutlich, dass sich der Goth-Industrialist nach seinem letzten Werk „Anima Inferna“ noch weiter Richtung Metal wendet und genau das gibt diesem Song eine Tiefe und eine Brillanz, dass man nur staunen kann.

Nach dem Titelsong folgt das Zwischenstück „March“, das natürlich mit entsprechendem Intro ausgestattet ist. Der Hörspielcharakter zu Beginn ist wieder vorhanden und man hört die Zombies unter Ächzen und Stöhnen aus ihren Gräbern steigen. Und ohne Umwege befindet der Hörer sich nun in einer „Horrorshow“. Ähnlich wie „Utopia“ hat auch dieser Song Ohrwurmcharakter und macht die Vielseitigkeit des Anwalts spür- und vor allem hörbar. Kräftige Gitarrenparts, ausufernde Drumsessions begleiten Bjørn Alexander Brem. Ehrlich gesagt, gehen einem schon an dieser Stelle des Albums die Superlative aus und das Album hat erst begonnen.

„Nightmare“ liefert orchestrale Facetten, die sich mit metallischen auf eine Art vermischen, wie es ausgefeilter kaum sein kann. Bjørns Stimme reißt den Hörer direkt in den finstersten Alptraum und auch die Fans seiner elektronischen Seite kommen hier voll auf ihre Kosten. Nach einem ebenso starken „Afterlife“ wird der Hörer wieder mit einem Zwischenstück konfrontiert, und grabbelten die Zombies in „March“ noch fast leise aus ihren Gräbern, ist nun hörbar endlich was los, der Teufelsdämon ist da und das lautstark. „All Alone“ ist gesanglich eine wahre Perle auf dem Album, Bjørn greift hier auf fast sämtliche Nuancen seiner Stimme zurück. Nun endlich brennt das Fegefeuer und das wird orchestral im vierten Zwischenstück „Purgatory“ ziemlich perfide dargestellt. Die Gänsehaut beginnt einen wahrlich zu übermannen.

Richtig was auf die Ohren und mit richtig Power kommt dann „Eternal“ an. Hier zeigen Gothminister ihre Weiterentwicklung Richtung Metal ganz deutlich, nahezu episch wird hier die Geschichte „Utopias“ weiter erzählt. „Raise The Devil“ ist nicht so stark wie „Utopia“ oder „Horrorshow“ und liefert den langsamen Rausschmiss aus dem Album. Endgültig vorbei ist es dann mit „Boogeyman“, einem flotten Song, der aber auch wieder nicht zu den brillantesten hier auf dem Album gehört und dennoch eine eingängige Melodie liefert.

„Utopia“ ist ein absolutes Must-Have in jedem Goth-Metal-Industrial Plattenregal, für alle Gothminister Fans sowieso. Jede Minute des Albums ist es wert wieder und wieder gespielt zu werden. Der norwegische Anwalt macht ganz klar deutlich, dass er in der Lage ist perfekte Geschichten zu liefern, die genial musikalisch in Szene gesetzt werden. Live ist sein Bühnenbild der Knaller, allerdings schafft er auf „Utopia“ auch so, die Bilder im Kopf der Hörer entstehen zu lassen.

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