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Gorod: Process Of A New Decline

Starke Progressivität mit Hang zur Gleichförmigkeit
Wertung: 7.5/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 48:59
Release: 01.06.2009
Label: Listenable Records

Gorod sind zurück: Drei Jahre nach ihrem letzten Album “Leading Vision“ präsentieren die fünf Franzosen ihren neuen Longplayer „Process Of A New Decline“. Ihren Stil bezeichnet die Band simpel als Death Metal – doch Gorod zeigen auf dem Silberling mehr als nur die Standard-Ausführung dieses Genres.

Die Franzosen orientieren sich keineswegs an der ihnen geographisch näherstehenden schwedischen Schule mit ihrem geradlinigen, stark riffbasierten Death Metal, sondern sind eher der weitaus progressiveren US-Variante zuzuordnen. Denn das Riffing wird über weite Strecken ersetzt durch technisch höchst anspruchsvolle Melodieläufe der Gitarren – Melodieläufe, die mit hoher Geschwindigkeit heruntergespielt teilweise durch ihre Monophonie an die melodiöse Untermalung älterer Flipperautomaten erinnern.

Solche Läufe finden sich unter anderem im Opener der CD, einem Track namens „Disawow Your God“: Geprägt vom stetigen Wechsel zwischen stumpfen Riffing und Läufen sind das einzige Bindeglied des Songs, neben der Tonart, die Growls von Sänger Guillaume. Doch in einem Mittelteil geht selbst dieses Bindeglied verloren: Während das Schlagzeug in einen Halftime-Beat verfällt, erzeugen die dort auf die Gitarren-Arpeggien angewendeten Effekte ein fast schon keyboardähnliches Flair, bei dem sich zeitweise eine langsame und eine schnelle Gitarrenstimme duellieren.

Noch ausgeprägter zeigt sich die virtuose Gitarrenarbeit in dem folgenden Song „Programmers Of Decline“. Hier spielen die Gitarren quasi permanent Verzierungen um jeden einzelnen Ton. Dieses Stilmittel hat allerdings zur Folge, dass die Vocals ein wenig in den Hintergrund gedrängt werden und der Hörer das Gefühl bekommt, dass die Gitarren den kompletten Song dominieren und kontrollieren.

Gorod haben jedoch noch eine andere musikalische Seite: Im Song „The Path“ zur Mitte des Albums hin spielen sie geradezu Melodic Death Metal: Durch ein episch-orchestrales Keyboard-Intro eingeleitet, basiert der Song auf langsamer, melodischer Gitarrenarbeit mit hintergründigen, keyboardgenerierten Streichereffekten. Langsam baut der Song an Lautstärke auf und gewinnt nach der ersten Hälfte der Spielzeit schließlich urplötzlich an Härte.

„Watershed“ zeigt noch eine weitere Facette von Gorod auf: In dem ebenfalls ruhig beginnenden Stück drängen sich weniger die Gitarren als mehr das Schlagzeug durch abwechslungsreiche, ausgefeilte Double-Bass-Spielereien, die entsprechend auf Becken und Toms begleitet werden, in den Vordergrund.

Mit „Process Of Decline“ präsentieren Gorod ein Album mit technisch lupenreinem, sehr progressivem Death Metal. Hierbei fällt allerdings negativ auf, dass sie zwischen den genannten Höhepunkten des Albums leicht in Gleichförmigkeit verfallen. Von dieser Tatsache einmal abgesehen ist der Band eine solide Produktion gelungen, die sich nicht vor den anderen Bands der momentan boomenden französischen Szene verstecken muss.

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