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Gorgon: Titanomachy

Debüt-Meisterschule
Wertung: 8/10
Genre: Symphonic Death Metal
Spielzeit: 40:47
Release: 21.05.2016
Label: Eigenregie

Herrlich, wie schnell denn Vorteile einfach weggefegt werden können, dafür benötigt man nach einem „mmmh, symphonischer Death Metal“ nur noch das Gorgon-Debüt „Titanomachy“ und vergessen sind alle Vorbehalte, die da vielleicht gen Frankreich wanderten. Was die Truppe aus der französischen Hauptstadt Paris auf ihrem ersten kompletten Rundling fabriziert hat, ist schon weit oben im epischen orchestral-Bombast im Death Metal anzusiedeln, dabei sind die Protagonisten dieser 2013 gegründeten Band vorher nicht wirklich irgendwo auf Erfahrungsfüßen gewandelt.

Zwei Tracks konnte man sich im Vorfeld schon zu Gemüte führen. Zum einen wäre da das schon 2014 veröffentlichte „Arising Thunderlord“, welches schnell beim thematisierten Krieg zwischen den Titanen und den Göttern in der griechischen Mythologie Fahrt aufnimmt - „Titanomachy“ ist ein Konzeptalbum vor der Kulisse eines dekadenlangen Krieges - , spielen galant mit der Zurückhaltung im orchestralen Part, türmen brachiale Riffwände zu einem Schlachtmonster auf und verbinden hymnische Eingängigkeit und ein bärenhartes Rifffeuerwerk, welches mit reichlich Bombast untermalt bzw. aufgelockert wird. Schon die gut achtzig Sekunden lange Einleitung „Oros Othrys“ ist gut als Maßstab für den aufkommenden Bombast herzunehmen, wo die Spannung langsam gesteigert wird, man allerdings noch nicht wirklich ahnt, welch brachiale Überraschung mit Dimmu Borgir-Geschmack bevorsteht.

Das ebenfalls vorab schon veröffentlichte „Ashes And Blood“ ist dann aber auch die wohl ausgereifteste Leistung der Franzosen. Orientalische Töne und weiterhin orchestraler Bombast legen einen sehr fein abgestimmten Soundteppich hin, die Death-Metal-Vollbedienung gibt einem dem Rest, ohne dass man denkt, der Track sei überfrachtet, ein wirkliches Highlight fernab von der 1001-Romantik. Vor allem die Backingschöre kommen mit episch knackigem Tiefgang und mittendrin knarzt auch mal die pure Death-Metal-Raserei kurz vor den Blastbeats.

Mit fast elf Minuten kommt „Elysium“ als wahre Mammutaufgabe daher, die Klampfen dürfen im Gegensatz zu „Everlasting Flame Of Olympus“ (entpuppt sich als weniger sperrig, der Fokus wieder ein bisschen mehr auf den Bombast-Anteil, die Klampfen wirken ein wenig gezähmter, nur Frontmann Paul gurgelt in seiner ganzen Bandbreite wie auf dem Rest der Platte in Höchstform) dürfen die Gitarren wieder ein bisschen mehr schreddern, aber im Grunde bekommt man auch hier eine Steilvorlage wie auf dem Rest des Albums vorgelegt: Bombast, orchestrale Arrangements, nur eben alles wieder ein bisschen befriedeter. „Valley Of Redemption“ ist da schon fast durchschnittlich, punktet aber mit einem Gänsehautsolo, „Titans Unleashed“ beherbergt nur rudimentär orientalische Klänge, dafür ist der Fokus wieder mehr auf deathmetallische Raserei gerichtet.

Kaum zu glauben, dass hier eine junge, an sich noch unerfahrene Band ihr Debütalbum abgeliefert hat, da müssen die Götter doch verrückt gewesen sein. Kein Azubi, keine Lehrlingsstelle, da hat sich jemand gleich in die Meisterschule gemogelt, und das völlig zurecht. „Titanomachy“, da passt sogar der Titel, und wenn Gorgon so weiter machen, dann dürften sie bald in aller symphonischer Death-Metal-Munde sein, da staunen doch gleich auch die Nachbarn Acyl mit. Eine Live-Umsetzung mit komplettem Orchester werden wir uns allerdings alle abschminken dürfen.

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