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Gonoreas: Destructive Ways

Hat mehr zu bieten als lediglich oberflächlichen Heavy/ Power Metal
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal/ Power Metal
Spielzeit: 44:35
Release: 06.11.2015
Label: Sonic Revolution

Auch in der sonst so eher beschaulichen Schweiz brodelt der metallische Underground und für Gonoreas sind das nun auch schon fast 20 Jahre, die sie versuchen, den Heavy-Power-Bereich im Alpen-Ländle aufzumischen – und nun auch schon den fünften Longplayer vorlegen. Warum es bisher nicht wirklich zum Durchstarten gereicht hat, bleibt nebulös, denn „Destructive Ways“ gehört mit Sicherheit zu den über Durchschnitt einzuordnenden Platten, zumal Frontmann Leandro nun auch schon zum zweiten Mal beim Quartett mit einer Mischung aus Stu Block (Iced Earth) und Hell Hofer (Bullet) den Songs auch eine besondere Würze verleiht.

Im Vorfeld keine hohen Erwartungen haben und dann so umgeblasen werden, das heißt dann wohl, dass man Heavy-Power-Metal mit starker US-Schlagseite so einfach spielen muss. Dabei stört es wenig, dass die komplette Scheibe einen Akustik-Klampfen-Rahmen verpasst bekommen hat, das geklimperte „Ritual“-Intro wollen wir einfach mal außer Acht lassen, denn viel interessanter kommt das final emotionale „The Offering“ daher, sorgt doch hier die Leadgitarre noch wenigstens für einen metallischen Anstrich.

Und gerade die Leadgitarre von Damir ist es, die immer wieder neben dem hervorragenden Gesang von Leandro die guten Songs bereichert. Der Double-Bass-Treter „Rebellion Against The Obsessor“ sorgt zwar erst für einen ersten falschen Eindruck insofern, als dass Gonoreas ja eher im Midtempo zuhause sind, hier aber wird mit breitem Punch im US-Metal-Style ohne große Umstände das Gaspedal durchgedrückt. Allein schon der erste Scream „Are you the master of your desires“ in bester Priest-Manier nötigt höchsten Respekt ab, auch wenn man sich an die high-pitched-Vocals durchaus erst gewöhnen muss. Gleich mal vorneweg in der eher stampfenden Nummer „Parallel Universe“ eine flirrende Leadgitarre und schon geht es in Richtung Refrain in eine feine, zackig nach vorn preschende Vollbedienung über. Fast schon an Thrash-Gefilden schnuppernd scheppern die Schweizer im fett hymnischen „Dark Triad“, wo sich eine geniale Leadgitarre mit dem ausgefeilt emotionalen Gesang messen muss.

Aber auch bei den Midtempo-Stücken lassen sich einige positive Überraschungen ausmachen. So steht dem eher klassischen Axtgeschrubbe in „Empire“ der leicht orientalische Einfluss sehr gut, erinnert aber auch wie vorher schon beim Titeltrack „Destructive Ways“ - Midtempo, aber nicht weniger heavy, feine Solo-Gitarre, die im letzten Drittel  aufkommt, sogar die Whoohoo-Chöre sitzen sauber und gehören live sicher zum Mitmachprogramm – an US-Metal mit Iced Earth-Vibe. Das sich fies dahinschleppende, nicht sehr eingängige „Viking“ gehört mit seiner 1-A-Gesangsleistung sicher bei vielen zu den absoluten Faves, wären da nicht die Hu-Ha-Rufe, die zwar thematisch passen mögen, aber ein eher störendes Element bilden. „When Nobody Asked“ dagegen darf sich mit seinem leicht düstererem Touch ein wenig in den Vordergrund spielen.

Wird Zeit, dass Gonoreas auch hierzulande ein wenig mehr in den Fokus der Metalheads rutschen, denn „Destructive Ways“ hat mehr zu bieten als lediglich oberflächlichen Heavy/ Power Metal – hier tummeln sich Eingängigkeit und toller Gesang fernab ballermannisierter Standardkost. Es lohnt sich übrigens, im Booklet einmal die komplette Phalanx an Gastmusikern zu studieren, wäre auch interessant, wer denn mit den Namen auch immer etwas anfangen kann. Beide Daumen nach oben....

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