Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Gonoreas: Apocalypse

Unklassisch klassisch
Wertung: 8.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 43:37
Release: 07.10.2011
Label: Firefield Records

Man sagt ja immer, dass man sich nicht vom ersten Eindruck verleiten lassen soll. Dieses Sprichwort kann man auch auf die neue Gonoreas-Scheibe verwenden. Das erste Mal in den Händen erinnert das Cover irgendwie (zumindest von der Farbgebung) an „The Dark Saga“ von Iced Earth und der Albumtitel „Apocalypse“ wurde im Bereich Heavy Metal auch schon so oft gebraucht, dass es fast schmerzt. Aber halt: Die Platte jetzt nicht zurückstellen, denn der Inhalt zählt doch. 

Und der kann sich durchaus sehen lassen. Man merkt der Gruppe sofort an, dass hier keine Anfänger am Werk sind. Die Platte beinhaltet elf ausgereifte Songs, die allesamt zum Mitsingen einladen und sich regelrecht ins Gehör fressen. Dabei bauen die Schweizer nicht nur auf eingängige Melodien, sondern auch auf besonders aufwändige Solos, wie beispielsweise auf „Stay Away“ eindrucksvoll zu hören ist. 

Die Musik der Alpenländler einfach nur als (klassischen) Heavy Metal zu bezeichnen, wäre etwas kurz gegriffen. Vielmehr mischen sich hier Ronnie James DIOYngwie Malmsteen und Judas Priest in ständig veränderlichen Anteilen. 

Die Songs sind meist treibend, unruhig und unheilvoll mystisch. Die Gitarren sind das klassische, aber auch perfekt umgesetzte Leadinstrument der Schweizer. Gitarrist Damir und Gitarristin Larissa beherrschen ihr Handwerk perfekt und zaubern so die tollsten Melodien. Ein weiterer Pluspunkt für die Band ist der Frontmann Gilberto. Mit seiner kraftvollen und markanten Stimme sorgt er für die richtige Dramatik in den Songs. 

Ein paar Stücke sollen genauer betrachtet werden. Der Opener „Devils Eyes“ („The Forthcoming“ ist ein reines Intro) kommt sehr rhythmusorientiert mit Doublebasssalven und Triolen auf der Gitarre um die Ecke. Bei relativ hohem Tempo entfalten die Riffs ihre Energie und der Song knallt richtig. „Kiss The Sword“ schlägt grundsätzlich in die gleiche Kerbe, nur wurden hier mehr stilistische Wechsel und ein freierer Schreibstil verwendet. Außerdem gibt es ein recht cooles Video zu dem Song.   

Anders verhält es sich bei den letzten zwei Stücken. Während „Digital War“ fast nur auf der Gitarre aufbaut, ist das bei „Bang Your Head“ nur eingangs so und der Song entwickelt sich zu einer richtigen Stampfhymne.

Die Scheibe wurde astrein produziert, der Sound ist glasklar. Die Gitarren und die Bassdrum dominieren leicht, bis der Gesang einsetzt. Einzig der Bass ist zwar hörbar, wurde aber trotzdem (wie so oft) leicht vernachlässigt. Dafür darf man den Gitarrensound durchaus als voll gelungen bezeichnen. Es macht richtig Spaß den Riffs und Soli zu folgen. 

Interessant dürfte die Scheibe für alle Fans des klassischen Heavy Metal, aber auch für Anhänger gitarrenorientierter Musik im Allgemeinen sein, denn was Larissa und Damir an den Klampfen zaubern, ist schon nicht mehr alltäglich. „Apocalypse“ ist ein schönes Stück bodenständiger, handgemachter Musik, das verdient erfolgreich sein darf.

comments powered by Disqus