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Gone In April: Threads Of Existence

Mit ein paar Füllern im bedeutungslosen Mittelfeld
Wertung: 5,5/10
Genre: Melodic Death / Symphonic Metal
Spielzeit: 45:55
Release: 12.02.2016
Label: WaveTransform

Was? In dem Haufen nicht abgearbeiteter CDs ist noch ein Scheibchen mit der lebenden Basslegende Steve DiGiorgio, den sicherlich jeder versierte Kenner gleich mal solch illustren Truppen wie Death, Sadus, Iced Earth oder auch Testament zuordnet? Nun, 2015 ist er zu dem kanadisch-amerikanischen Konglomerat Gone In April hinzugestoßen, die mit „Threads Of Existence“ ihr nunmehr zweites Studioscheibchen veröffentlichten – „We Are But Human“, das Debüt, datiert von 2011 in eben noch anderer Besetzung.

So sehr die Freude sich hier anbahnt, diese Scheibe in den Player zu schieben, desto ernüchterter sitzt man eine gute Dreiviertelstunde später kopfkratzend noch immer an der selben Stelle – nicht paralysiert, sondern eher fragend, warum das denn schief gegangen ist. Zu viel gewollt und nur bedingt das Paket aus dem Feuer gewuchtet? Ist der rote Faden denn eher im folkigen Rauch aufgegangen? Da wäre mehr drin gewesen, so das Fazit, allein der schon totproduzierte Schlagzeugsound ist an klinischer Banalität kaum mehr zu toppen.

Und genau jener Drumsound ist letztlich auch am meisten dafür verantwortlich, dass viele gute Ideen schlecht dastehen wie z.B. „Remember The Days“, das trotz der harten Gitarren im Hintergrund von den Folk-Elementen dominiert wird und wo Frontfrau Julie für so manchen Gänsehautmoment sorgt, die aber mittels Drumsoundpeeling förmlich herausgerissen wird – dabei ist auch diese Nummer vom Aufbau her stimmig. Das Intro sorgt schon früh für einen angenehmen Aha-Effekt, ist doch der symphonische Kurzeinsteiger richtig gut gelungen und macht genau das, was er soll: Lust auf mehr wecken. Und auch das anschließende „The Curtain Will Rise“ schmeichelt sich mit ausgewogenen symphonischen und folkigen Einflüssen aggressiv voran preschend ins Ohr, wobei die zarte Stimme Julies bestens mit den tödlichen Growls von Aaron harmoniert – tolle Melodie, reichlich Aggression,  ausgereifte Nummer, die schon früh gleich noch mehr verspricht.

„Embracing The Light“ ist dagegen dann ein purer Langweiler vor dem Herrn: Eher irische Folkore denn bratende Gitarren warten auf den geneigten Hörer. Auch das anschließende „A Million Souls Gather“ verrät mehr Gothicrock, womit Gone In April den Schwung nun endgültig eliminieren und was zwangsläufig die Frage aufwirft, was uns der Interpret denn damit sagen will.

Dabei sind auch immer wieder schöne Momente zu finden: Die derben Growls in „Our Future Line“ zusammen mit dem opernhaften Gesang spielen sich gegenseitig in die leicht symphonischen Karten und gerade die Backgroundchöre sorgen hier für die erhabenen Momente. Oder aber die abwechslungsreich arrangierte Nummer „The Great Contemplation“, die mit aggressiven Riffattacken punktet und durch die sphärischen Ambient-Kurzpassagen deutlich mehr Tiefe aufweist.

Manchmal mehr Fisch, dann doch wieder Fleisch, da werden die roten Fadenzügel nicht gänzlich in die Hand genommen, wobei Gone In April schon viele tolle Ideen vorzuweisen haben, diese aber wie schon oben erwähnt mit dem Drumsound wieder einreißen. Ein paar Füller dazu, und schon landet man im bedeutungslosen Mittelfeld, da hilft dann auch das Namedropping nicht mehr.

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