Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Golden Resurrection: Glory To My King

Neue Streiter im Dienste des Herren, aber mit starken musikalischen Argumenten
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 38:29
Release: 03.12.2010
Label: Liljegren Records

Golden Resurrection ist ein weiteres Projekt von Christian Liljegren (Narnia, Divinefire, Audiovision), der anscheinend zuviel Freizeit hat. Das ganze Werk trieft nur so vor Gottesbekundungen wie es seiner Zeit schon Stryper getan haben. Hier wird dazu allerdings feiner Melodic Metal zelebriert, und dies mit hohem technischen Verständnis. Da kann man drüber denken wie man will, dann werden halt mal keine schwarze Messen zelebriert oder Leute geschlachtet. Komisch nur, dass bei Christen immer gerne von „My King“ die Rede ist. Eigentlich nicht nachzuvollziehen dieser Egoismus, das sollte doch „Our King“ heißen, wenn ich mich nicht irre, denn sonst wären wir wieder bei den alten Germanen, die sich so viele Götter schufen, wie sie gerade brauchten - egal, lassen wir das.

Mit „See My Commands“ wird die Scheibe im feinsten Uptempo eröffnet. Flitzefinger Tommy Johansson (ReinXeed) zeigt von der ersten Sekunde an, dass er zur Oberliga gehört. Das haut den lahmsten Headbanger von den Füßen. Trotz aller Virtuosität bleibt ein tolles Songgefühl bestehen und man fühlt sich zeitweise an Yngwie Malmsteen erinnert, zumal auch ein gewisser klassischer Charme vom Keyboard erzeugt wird.

„Best For Me“ ist deutlich rockiger ausgelegt. Der Refrain ist zwar ein wenig „Lari-Fari“-artig ausgefallen, aber dennoch: Die Mucke, die da gezockt wird, entschädigt für vieles und sorgt für ordentlich Adrenalin im Blut. Dafür schwingt ein kleines bisschen Ohrwurmcharakter mit.

Kommen wir zum Titeltrack mit dem etwas egoistischen Namen (siehe oben). Ganz klar eine starke Nummer, auch wenn die Predigt als Text ein wenig zu aufdringlich wirkt. Andererseits, „To Hell With The Devil“ von Stryper wusste ja nun auch zu überzeugen, nur das mit dem Beschmeißen des Publikums mit Bibeln… Und schon wieder verliere ich den Faden. Ein wirklich gelungener Track, der es mit den anderen Band des Genres problemlos aufnehmen kann.

„Never Look Back“ wirkt da schon fast wie ein Lückenfüller. Von Metal ist nichts zu hören und man zockt hier recht brav im zügigen Heavy Rock-Stil. Drummer Rickard Gustafsson (Pantokrator) verrichtet mit Bassist Stefan Käck solide Rhythmusarbeit und zeigt keinerlei Blöße.

„The Final Day“ dreht da schon deutlich mehr auf. Flitzefinger-Gitarrenakrobatik vom Feinsten wird da zur Eröffnung gezockt. Das hört man in dieser Form doch gerne mal. Christian versucht, Pathos in die Stimme zu legen, was aber leider nur ansatzweise gelingt. Trotzdem schleudert der Schädel vor und zurück und zeigt, dass man auf White Metal gut headbangen kann. Gute Nummer!

Dann wird es Zeit für die erste richtig große Überraschung: „Proud To Wear The Holy Cross“. Nicht, weil der Song so gut oder so schlecht wäre. Aber irgendwie hat sich die Band hier doch deutlich von Manowar inspirieren lassen, das Ganze dann allerdings trotzdem in dem eher süßlichen Gewand von Golden Resurrection vermummt. Coole Mischung, wenn auch jeglicher Pathos abgeht.

„Golden Flames“ ist dann eher ein typischer Uptempo-Power-Metaller. Lediglich das Solo offenbart die Gene der Band deutlicher. Macht Spaß und um was anderes geht es doch auch nicht, oder?

Interessieren würde mich aber schon, wie ernst die Band einen Text wie „God’s Grand Hotel“ nimmt. Egal, es wird kräftig gerockt und dem guten Gesang auch mal mehr Freiraum gelassen. Der Song hat aber das gewisse Etwas und brennt sich tief ins Gedächtniszentrum hinein. Hätte ich so nicht erwartet.

Leider kommt dann mit „My Creation“ das Ende der Scheibe schon mindestens zwanzig Minuten zu früh. Mit großem Symphonie-Tamtam wird der Track eröffnet und verstummt. Gerade mal vierzig Sekunden dauert dieser Track, beziehungsweise eigentlich das Outro, welches man auch gut hätte weglassen können, da es keinerlei musikalischen Bezug zum Album hat.

Fazit: Die Band hat hier zumindest einen kräftigen Überraschungserfolg hingelegt. Die gebotene Leistung hätte man so nicht erwarten können, zumal die meisten anderen Projekte von Christian doch eher unter Fernerliefen durchgehen. Eigentlich sollte jeder, der auf ausgefeilte Gitarrenakrobatik und klasse Melodic Metal steht, mal reinhören. Wer allerdings ein Problem mit christlichen Texten hat, sollte sich wieder auf der Toilette einschließen und Wasser aus der Keramikschüssel schlürfen.

comments powered by Disqus