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Gojira: The Way Of All Flesh

Die perfekte Symbiose aus "The Link" und "From Mars To Sirius"
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Thrash, Death Metal
Spielzeit: 75:15
Release: 10.10.2008
Label: Listenable Records

Gojira aus dem schönen Frankreich waren schon immer eine Band, die etwas zu sagen hatte. Während sich andere in textlichen Belanglosigkeiten gegenseitig unterboten bzw. unterbieten, behandelten die hierzulande immer noch viel zu unbekannten Franzosen Themen wie Umweltverschmutzung, die Vernichtung des Planeten durch die Rücksichtslosigkeit des Menschen; Karma und Seele, das Leben nach dem Tod und den Tod an sich.

Mit letzteren Dingen setzt sich das Quartett insbesondere auf vorliegender Scheibe „The Way Of All Flesh“ auseinander, nachdem es beim Vorgänger „From Mars To Sirius“ vorrangig um Umweltverschmutzung und die drohende globale Erwärmung ging.

Auf sehr philosophische Weise wird der Weg des Lebens des Menschen beschrieben – bis zum Tod und darüber hinaus. So ließ man sich bei „Yama’s Messengers“ vom tibetischen Buddhismus beeinflussen (Yama ist im buddhistischem Glauben der Gott des Todes, dessen Botschafter denjenigen holen, der stirbt); erklärt in „The Art Of Dying“, dass Sterben in gewisser Weise eine Kunst darstellt (nämlich die Kunst, loszulassen, auf den Tod vorbereitet zu sein); und bestätigt der Menschheit in „Esoteric Surgery“ eine Art Selbstheilungsgabe.

Musikalisch dagegen agiert man noch gereifter als auf den letzten Alben; „The Way Of All Flesh“ vereinigt die melodischen Momente von „From Mars To Sirius“ und die vertrackte Komplexität von „The Link“. Hinzu kommen hin und wieder leichte Elektro-/Industrial-Elemente (so beispielsweise beim spacigen „A Sight To Behold“) und die Meshuggah- und Voivod-Einflüsse sind selbstverständlich omnipräsent.

Das bedeutet logischerweise, dass wir es hier selbst für hartgesottene Prog-Heads, die so einiges gewohnt sind, nicht gerade mit leichter Kost zu tun haben. Mehrere Durchgänge sind absolute Grundvoraussetzung, um dieses Album als Ganzes zu verstehen – dann jedoch offenbaren sich die komplexen Songstrukturen solcher zunächst schwer verdaulicher Brocken wie „Adoration For None“, „The Art Of Dying“ oder des Titeltracks wie eine Belohnung für den geduldigen Hörer.

Und ganz nebenbei gibt es bei aller Vertracktheit und Frickel-Rhythmik durchaus eingängige Nummern wie den Opener „Oroborus“, der mit einem sehr schön melodischen Riffing aufwartet, das kurze, kompromisslose „All The Tears“ oder das größtenteils im Midtempo gehaltene, schön groovende „Vacuity“. Diese kürzeren, leichter zugänglichen Stücke fügen sich allerdings neben den längeren ohne Probleme ins Gesamtkonzept ein, Gojira gleitet der rote Faden nie aus der Hand. Trotzdem muss man dies natürlich relativ sehen: Dissonanzen, Blastbeats und Rhythmuswechsel sind selbstredend auch in den kürzeren Song enthalten.

Einen kleinen Makel aber muss man konstatieren: Die gut sechs Minuten Leerlauf zwischen dem letzten Stück – dem Titelsong – und dem zugegeben sehr atmosphärischen Hidden Track – wann wird dieser Unfug nur endlich aufhören?

Das jedoch nur am Rande, das Fazit ist ohne Zweifel dennoch nur positiv: Gojira legen hier ganz klar das wie erwähnt reifste und eigenständigste Werk vor. „The Way Of All Flesh“ ist viel düsterer als der nicht minder großartige Vorgänger „From Mars To Sirius“, der um einiges melodischer ausgefallen war, und es ist wahrscheinlich noch vertrackter und verschachtelter ausgefallen als „The Link“.

Dass diese Band in Deutschland noch so unbekannt ist, ist wirklich eine Schande, da sie in Amerika und Frankreich bereits etliche Achtungserfolge einheimsen konnte. Man kann den Jungs um die Brüder Joe und Mario Duplantier wirklich nur wünschen, dass sie mit „The Way Of All Flesh“ endlich auch den deutschen Markt knacken. Verdient hätten sie es!

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann