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Godsmack: 1000hp

Dahinplätschernder Durchschnitt
Wertung: 5,5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 50:52
Release: 01.09.2014
Label: Spinefarm Records

Godsmack sind und bleiben ein Phänomen. Während sie am amerikanischen Markt seit Jahren durchschlagende Erfolge feiern (drei aufeinander folgende Nummer-Eins-Platzierungen in den amerikanischen Bilboard Charts), lässt der internationale Durchbruch noch immer auf sich warten. Vielleicht liegt es an mangelnder Aktivität der Band - die letzte und für 2012 angesetzte Europatour wurde auf Grund von Stimmproblemen des Sängers ersatzlos gestrichen - vielleicht ist die Musik, die die Amerikaner ihren Fans in regelmäßigen Abständen vor die Füße werfen, aber auch einfach nicht für den europäischen Markt gemacht. Das, was Sänger Sully Erna als „modernen Hard Rock“ beschreibt, ist nämlich vor allem eines. Radiotauglich glatt gebügelt.

Der Gesamtsound der Band lässt sich im Grunde wunderbar in ihrem Titeltrack zusammenfassen. Stereotypisch wird hier mit Motorengeräuschen begonnen, bevor ein simples Riffgestampfe zum Refrain hinführt, in dem es dann vor allem um eines geht: Nämlich lauter und schneller zu sein. Das Ganze wird mit viel Pathos dargeboten und die Stimme von Frontmann Sully Erna ist selbstverständlich über jeden Zweifel erhaben, trotzdem bleibt der Opener leider ziemlich seicht und weiß weder zu überraschen noch wirklich zu begeistern.

Wirklich besser wird es leider auch bei den folgenden Nummern nicht. Zu seicht und zu ähnlich fallen die meisten der Songs aus. Hofft man am Anfang noch, einen echten Hit zu entdecken, der über den bis dahin dargebotenen Durchschnitt hinwegtröstet, lässt dieser Optimismus mit zunehmender Laufzeit merklich nach. Zwar überrascht „Something Different“  in einer kurzen Bridge sogar mit Geigen und könnte durchaus als guter Song durchgehen, der schnell ausgelutscht klingende Refrain zerstört diesen positiven Eindruck allerdings.

„Generation Day“ baut sich zu Beginn schön auf und beginnt mit einem netten Riff und bei „Turning To Stone“ bekommt man zumindest manchmal das Gefühl, die Amis würden endlich einmal ausbrechen. Viel mehr ist aber im Grunde nicht erwähnenswert. Der Großteil der Songs klingt ziemlich ähnlich und mehrmals aufgegriffene Kompositionskonzepte finden sich zuhauf. Natürlich kann man, zumindest theoretisch, an „1000hp“ Gefallen finden, das alleine macht das Album allerdings noch nicht gut. „Life is Good“ setzt dem ganzen Durchschnitt dann nach etwa 50 Minuten ein angemessenes Ende und bildet, zumindest was die Lyrics angeht, einen schönen Rahmen, da der Song genauso wenig Tiefe besitzt wie der Opener. Man mag an einzelnen Songs Gefallen finden, sich vom oft simplen Songschema mitgerissen fühlen, Sull Ernas Gesang einfach geil finden oder sich mit den Texten identifizieren, „1000hp“ als starkes Album zu bewerten, ginge allerdings auch bei einem intensiven Blick durch die rosarote Fanbrille ein Stückchen zu weit.

Insgesamt bieten Godsmack auf ihrem neuen Album die altbekannte, auf Radiotauglichkeit glatt gebügelte Metalvariante, die sie so berühmt gemacht hat. Dass die Band auf Nummer sicher geht, ist nachvollziehbar, der internationale Durchbruch wird „1000hp“ aber höchstwahrscheinlich nicht werden. Denn was Godsmack hier bieten, ist weder neu noch besser als ihre vorherigen Werke. Wer also bis hierher kein Fan der Amerikaner war, braucht ihr neues Album auch nicht hören.

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