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Goddass: My Beautiful Sin

Schöne aggressive Passagen, aber auch gekonnt in Szene gesetzte melodische Parts
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Metalcore
Spielzeit: 41:10
Release: 19.09.2008
Label: Firefield Records

Erst knappe 20 Jahre alt sind die Italiener Goddass und spielen aber schon seit vielen Jahren verdammt guten Metalcore der nicht ganz so harten Schule - jetzt könnte man wieder dahingehend ausschweifen, dass dies schön exotisch ist, da Italien in der Regel doch kaum Metal-Bands zu bieten hat. Wenn man sich aber wirklich mal ernsthaft mit der Materie beschäftigt, bemerkt man schnell, dass Italien seit einigen Jahren eindeutig auf einem aufsteigendem Metal-Ast ist – bei Dark Metal fällt mir The Foreshadowing ein, bei softerem Metalcore Ophydian, bei härterem Desire Before Death. Bei Modern Metal währen Figure Of Six oder Bleed In Vain zu nennen, im (Melodic) Death Metal-Bereich muss ich sofort an Through Your Silence denken und natürlich gibt es auch Vertreter des Emo- / Post-Hardcore wie etwa Your Hero.

Doch bevor dies in eine pure Auflistung italienischer Metal-Bands ausartet, zurück zur eigentlichem Thematik: Italiens Metal-Seite mag zwar noch nicht auf der Sonnenseite dieses sonst so sonnigen Landes liegen, aber dennoch gibt es viele Perlen zu entdecken – zu welchen Goddass ganz klar zählen. Nach einem ruhigen, aus beinahe epischen Keyboards, einer Akustik-Gitarre und einer Trommel bestehenden Intro legt man gleich mit dem Up-Tempo-Song „Hide In Pieces“ los und merkt sofort, dass die Produktion dieser CD im Vergleich zur letzten, selbstbetitelten EP um einiges besser geworden ist.

Die Songs werden immer durch äußerst raffinierte, zugleich harte und melodische Riffs dominiert, die perfekt zu dem genretypischen Gesang passen, der zwischen tollen, klaren Hooklines und aggressivem Screaming bzw. sogar Growling wechselt. Der vierte Track des Albums, „The Draw And The Rest“, wurde sogar als Single ausgekoppelt – was mir persönlich aber total schleierhaft ist. Riffs und Hookline sind natürlich auch hier nicht schlecht, aber das Album „My Beautiful Sin“ kann mit deutlichen stärkeren Songs aufwarten, nämlich beispielsweise mit „Bleeding A Scream“, dessen Riffs auffällig gut sind.

Dass Goddass nicht nur Schema-typische Metalcore-Songs spielen können, zeigen sie mit „Never And Over“, einem recht soften Song und viel klarem Gesang. Der Kontrast folgt jedoch auf dem Fuße mit „You (Hate)“, das von Anfang an mit powernden Blastbeats loslegt, am Ende jedoch nicht die gut gesungene, von tragenden Riffs untermalte Hookline vernachlässigt.

Goddass spielen sehr guten Melodic Metalcore mit schönen aggressiven Passagen, aber auch gekonnt in Szene gesetzten melodischen Parts. Wer schön harten Metalcore á la Heaven Shall Burn sucht, wird bei Goddass allerdings nicht fündig – aber die Italiener müssen es halt auch nicht gleich übertreiben. Fans von Bullet For My Valentine u.ä. sollten hier auf jeden Fall mal reinhören, denn „My Beautiful Sin“ ist definitiv eine Sünde wert!

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