Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

G.O.D.: Tales Of Celtica

Als Hintergrundmusik im Pub geeignet
Wertung: 4.5/10
Genre: Folk-Rock
Spielzeit: 64:19
Release: 14.03.2008
Label: NiWo Music

Einleitend möchte ich die rhetorische Frage in den Raum werfen, was Innovation eigentlich ausmacht und ob man auch ohne Einfallsreichtum gute Musik machen kann?

Nehmen wir an, eine Band spielt einen Stil, der schon seit etlichen Jahren in dieser Form existiert. Meines Erachtens nach gibt es im Grunde drei Wege, dass die Resultate den Hörer überzeugen können: Die erste Möglichkeit ist, es einfach so viel besser zu machen als sämtliche Vorgänger, so viel grooviger und ausgefeilter, dass man nur noch staunen kann. Led Zeppelin beispielsweise haben dies in der Rockmusik geschafft und Metallica in der Metal-Szene. Zweite Variante ist, durch das visuelle oder lyrische Auftreten zu glänzen. Man muss nicht virtuos spielen, wenn man ein so buntes Erscheinungsbild hat wie Modern Talking oder so durchdachte Texte wie Bob Dylan. Die dritte Möglichkeit ist, eine neue Komponente hinzuzufügen; eine Flöte in einer Rockband wie bei Jethro Tull oder eine E-Gitarre in einer Folkband wie bei den Pogues. Dies führt zu einem positiven Überraschungseffekt wenn es gut gemacht ist.

Und genau hier ist das Problem der neuen Scheibe von G.O.D. Weder bringen sie einen innovativen neuen Klang in einen alten Stil, noch können sie durch Auftreten, Texte oder musikalisches Geschick begeistern. Sie spielen regulären Folkrock wie man ihn unter anderem von Fiddler’s Green, den Pogues oder Lack of Limits kennt. Wenn man von einer Veränderung oder einem neuen Klangbild sprechen will, dann ist leider nur zu vermerken, dass die Mischung Rock und Folk nicht mehr die vitalen Elemente beider Stile betont, sondern dass der Sound von „Tales of Celtica“ eher in Richtung „Softrock mit Folkeinflüssen“ geht.

Dabei haben die Musiker eigentlich auf alles geachtet: Sie haben eine nette Vielzahl an verschiedenen Instrumenten aus dem Folkbereich aufzubieten, eine gut gespielte Fiddle, haben alles was eine Rockgruppe braucht und ihr Album sauber eingespielt. Leider jedoch zu sauber, zu steril um noch irgendwie zu begeistern. Es ist schwer, ein Studio-Album mit Musik zu füllen, die eigentlich ein Publikum braucht und über eine schlecht abgemischte, übersteuerte PA an den Mann gebracht wird, in einer alkoholigen Umgebung mit dem was man einfach als „Live-Feeling“ betitelt. Schnell klingen Songs, die auf der Bühne toll waren flach und leer; die Spannung eines Auftritts kann man halt schwer künstlich erzeugen.

Wenn man also sieht, dass Garden Of Delight seit einigen Jahren recht eifrig die Bretter, die die Welt bedeuten bereisen, so ist dies Album also nicht wirklich ein gelungenes Portrait der Gruppe. Live bleibt live, da hilft auch das sauberste Studioalbum nichts.

Um also auf die Ausgangsfrage wieder zurückzukommen, muss man sagen, dass ohne Innovation gute Musik recht schwer hervorzubringen ist. Alles was dabei herauskommt ist halt mittelmäßig und somit ist die einzige Bestimmung, die man nun diesem Album zusprechen kann die, dass es als Hintergrundmusik im Pub sich in die Reihe irischer Popmusik einfügen kann. Man muss ja nicht gleich ins Metal-artige rutschen, doch rockig sollte Folk-Rock schon sein.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna