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God Delusion: Venesection

Modern Metal ohne platte Klischees, dafür mit viel Arschtritt
Wertung: 8/10
Genre: Modern Metal, Metalcore
Spielzeit: 20:36
Release: 01.10.2011
Label: Eigenproduktion

God Delusion gehören mit zu den Bands, die man sich immer wieder anschauen kann, ohne dass es langweilig wird, obwohl des Öfteren der gleiche Ablauf ansteht (beispielsweise dass Sänger Marko bei jedem Gig seine Kontaktlinse verliert).

Beim Night Of Doom-Auftritt Ende Februar hatten die Jungs als neue Einheit ihr Debüt, mit ausgewechseltem Sänger – den Platz am Mikro übernimmt seitdem Marko, der nicht nur die nötige Aggression, sondern auch die Brachialität in den Sound bringt. Live kommt der Kerl noch eine Spur manischer rüber als auf Platte, dafür ist auf der frisch gepressten EP „Venesection“ der Gesang weitaus differenzierter als bei den Shows – hier kann jeder für sich selbst entscheiden, worauf er mehr steht.

Erst letztes Jahr gründete sich die Band, aber da alle Musiker schon über genügend Erfahrungen verfügen, klingt der Sound schon nach dieser kurzen Zeit erfreulich ausgereift. Irgendwo zwischen Modern Metal und Metalcore pendelt man sich ein, allerdings ohne die Klischees der beiden Genres zu bedienen. Stattdessen gibt es schneidige Riffs, schön präzises Drumming, das trotz Eigenproduktion nicht nach Blechdosen klingt, und kräftige Shouts auf die Ohren.

Der Fünfer hält sich auch gar nicht lange mit unnötigen Einleitungen oder Intros auf, sondern ballert mit „Burning End“ direkt drauflos, obwohl hier noch leicht schleppend gestartet wird. Wer God Delusion kennt, weiß, dass das Quintett besser wirkt, wenn es direkt drauflos ballert – und genau das passiert auch, sobald Markos heiserer Gesang einsetzt und die sägenden Riffs den Hintergrund durchschneiden. „Wipe Out“ geht dann schon eher durch die Wand – ein rasanter Beat lädt zum Headbangen ein und Marko beweist einmal mehr seine Sängerqualitäten mit nicht zu tiefen Growls und nicht zu krächzenden Shouts. Abgelöst von den eher gerufenen Vocals ergibt sich ein schönes Crossover-Feeling, ohne dass man sich unangenehm an die vielen Ausrutscher dieses schwiegermütterlich behandelten Genres erinnern müsste. Eine feine Sache, das kann man schon sehen, und dabei ist man noch nicht mal bei der Hälfte der Platte angekommen.

Die wirklichen Highlights heben die fünf Heidelberger sich aber für den Schluss auf: „Sudden Death“ wird durch ein schön ruhiges Gitarrenstück eingeleitet und mit fast gesprochenem Text kombiniert, was natürlich nur die Ruhe vor dem Sturm darstellt – bereits nach knapp anderthalb Minuten growlt Marko dann richtig los, immer wieder garniert mit kratzbürstig gefauchten Worten; das alles gipfelt in einem geilen Refrain mit fast epischen  Hintergrundgitarren und Doublebass-Einlage.

Zum guten Schluss haben die Jungs noch meinen persönlichen Lieblings-Livetrack auf die Platte gepackt: „Pseudo“ wird bei den Shows immer gerne dem ex-Sänger der Gruppe gewidmet und findet damit und mit seinem Mitgrowl-Refrain eigentlich immer und überall Anklang. Dass der Track mit Abstand der aggressivste der Scheibe ist, kommt sicher nicht von ungefähr und auch der Text fällt wenig charmant aus, aber dafür knallt der Song wie Hölle – sogar der Sound scheint extra für „Pseudo“ hochgeschraubt worden zu sein und entwickelt eine ungeahnte Dynamik, angefangen bei den heftigen Vocals bis hin zu den fast schreienden Gitarren. Besser hätte man die EP nicht abschließen können.

Fazit: Von God Delusion kann man sicher noch einige feine Experimente erwarten, einen ziemlich guten Wiedererkennungswert haben sie aber allein jetzt schon durch Marko als Sänger und die Kombination seiner Vocals mit dem teils recht brachialen Sound. Schade, dass „Venesection“ nach gerade mal 20 Minuten schon ausläuft – vielleicht sollten God Delusion den nächsten Song demjenigen widmen, der die Repeat-Taste erfunden hat, denn die wird jetzt erstmal ausgenutzt.

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