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God Delusion: Death For Sale

Überraschende Scheibe
Wertung: 9/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal, Metalcore
Spielzeit: 51:13
Release: 05.01.2013
Label: Eigenproduktion

Es wurde Zeit – die Heidelberger Formation God Delusion hat die Arbeiten am Debütalbum endlich abgeschlossen, das gute Stück in Druck gegeben und direkt an Gott und die Welt verschickt. Da ist es fein, wenn man als Schreiberliese da auch ein Stück vom Kuchen abbekommt. Und noch feiner, wenn man Songs, die man mittlerweile bestimmt ein halbes Dutzend Mal live gesehen hat, endlich mal auf Platte erleben kann. „Death For Sale“ heißt das gute Stück, das den Nachfolger der letztjährigen „Venesection“-EP markiert, die bei The-Pit.de schon acht von zehn Punkten einheimsen konnte und auf der Neuzugang und Sänger Marko seinen Einstand feierte. Mittlerweile ist der Fünfer zu einer Einheit verschmolzen, die live immer in die Vollen geht und sich auch nicht davor drückt, bei Auftritten ordentlich Schweiß zu vergießen.

Wie gesagt, in gepresster Version dürfte der ein oder andere Track noch mal ganz anders wirken als live. Die Mischung aus Death und Thrash Metal, gewürzt mit Metalcore-Elementen schlug schon auf dem Vorgänger recht heftig ein, auf Albumlänge wird hier aber nochmal ein bisschen mehr aufs Gas getreten. Schon das Intro schleicht sich knapp zweieinhalb Minuten lang recht unheilschwanger an, überrascht dabei durch seine Ohrwurmqualität und eignet sich durchaus zum mehrmaligen Hören. Zum Glück für die gute Stimmung gestaltet sich der Übergang zum Titeltrack sehr angenehm – nichts killt die Atmosphäre mehr als ein langgezogenes Schweigen zwischen zwei Songs oder ein holpriger Übergang.

Richtig spaßig wird es dann aber erst mit „Rampage“, das die Schreiberin dieser Zeilen schon auf diversen Gigs kennen und lieben gelernt hat. Gerade die melodischen Gitarren im Refrain kommen hier um einiges besser raus als auf der Bühne und zaubern einem automatisch ein Grinsen ins Gesicht, völlig abgesehen von den ultra aggressiven Vocals. Übrigens ein großer Pluspunkt: Im Booklet haben die Jungs direkt die Texte abgedruckt, was an sich selbstverständlich sein sollte, aber mittlerweile leider auch bei vielen größeren Produktionen einfach fehlt.

Liest man den Titel „Pretty Village“, erinnert man sich dunkel: Als man die Band das letzte Mal live gesehen hatte, wurde der Track als „neuer Song“ vorgestellt. Eine rechte Erinnerung hat man daran nicht mehr, nur den Groove hat man im Hinterstübchen behalten und tatsächlich – nicht nur die Drums wuchten wie Sau, auch der Gesang bietet gerade im Refrain wahres Potenzial, dass man an einem Dauergrinsen stirbt. Was Marko hier seinen Stimmbändern entlockt, klingt wie aus den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele – ein feines Teil.

Überhaupt scheinen God Delusion den Groove endgültig für sich entdeckt zu haben: „Black Chronicle“ bombt im Refrain so ziemlich alles weg und wird sogar von „Claws“ nochmal richtig fett in den Schatten gestellt: In den Strophen gestaltet sich der Song noch einigermaßen unspektakulär, im Refrain (die große Stärke der Truppe) gerät dann ein Melo-Death-Feeling mit in den Song, das man so gar nicht von den Heidelbergern erwartet hatte.

Apropos „Erwartung“: „Death For Sale“ hat zumindest meine Erwartungen so ziemlich überall übertroffen. Abgesehen vom echt coolen Cover und dem hübschen Booklet bietet die Eigenregie-Platte (!) so ziemlich alles, was man sich von modernem, kraftvollem Metal wünschen kann. Live sind die Jungs sowieso Spaß pur und mit „Death For Sale“ können sie jetzt endlich auch eine Langrille vorlegen, die das untermauert.

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