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God Damn: Old Days

Aus den staubigen Wüsten Frankreichs?!?
Wertung: 7/10
Genre: Stoner Metal
Spielzeit: 39:56
Release: 21.02.2009
Label: Nipdown Records

Stoner Metal aus Frankreich....Stoner Metal aus Frankreich?! Ja, umdenken ist angesagt für alle, die das „Stoner“ Genre mit staubigen Wüsten in Verbindung bringen. God Damn holzen sich auch ohne Wüste durch einen trockenen Mix aus schwerem Doom, Stoner und Heavy Metal und zitieren dabei mehr als einmal übliche Verdächtige wie Black Sabbath, Down und Kyuss. Das ist natürlich kein Problem, zumal dieses Genre längst nicht so überlaufen ist wie beispielsweise Pagan Metal. „We play stoner music which has very BIG BALLS!!!“ lässt uns die 2004 gegründete Band wissen. Wir warten gespannt!

„Landing For My Pride“ lässt den Worten akustische Taten folgen. Das Quintett scheint ein Händchen für schwere Riffs zu haben, begeht aber nicht den Fehler vieler ihrer Stoner Kollegen und ergeht sich in ausufernden Jams. God Damn rocken schnörkellos nach vorne und profitieren stark von Frontmann Renat, der wirklich exakt wie Phil Anselmo (Pantera / Down) klingt.

Black Sabbath gelten als Gründer von drei Genres: Heavy-, Doom- und Stoner-Metal. Ihr Einfluss auf God Damn ist daher allgegenwärtig. „Dying In A Hole“ hätte mit dem Gesang von Ozzy Osbourne beispielsweise auch sehr gut auf ein Album wie „Masters Of Reality“ gepasst. Damit sollen die Franzosen aber nicht als bloße Plagiate abgestempelt werden, aber einen Kreativitätspreis werden sie sicherlich nicht gewinnen. Dazu wagen sie im Laufe von „Old Days“ einfach zu wenig Experimente, was zwangsläufig irgendwann zu Füllmaterial wie dem sehr konstruiert klingenden „Unjailed“ führen muss.

Der Titeltrack hingegen ist fast schon leicht-beschwingt zu nennen, beginnt mit einem saucoolen Bass-Solo und geht als schnellster Song der Platte durch. Das muss bei Stoner Metal natürlich nicht viel heißen, dennoch ist „Old Days“ der stärkste Song des Albums, gleichzeitig aber auch der letzte wirklich herausragende, denn ab der Hälfte lassen God Damn leider stark nach und bieten kaum noch Höhepunkte. Glücklicherweise halten sie aber immer ein gewisses Niveau, auch wenn Lieder wie „No Hopes Ahead“ oder „Break The Thunder“ sehr nach Selbstzitaten klingen und, ganz hart gesagt, keinen Wiederhörwert haben. Mit „Here Stands Serenity“ gibt es aber einen guten Abschluss, denn der von einer Orgel getragene, sehr doomige Song offenbart, dass da noch einiges an ungenutztem kreativen Potenzial vorhanden ist.

Fazit: Positiv ausgedrückt könnte man God Damn attestieren, dass sie wissen, wo ihre Stärken liegen und wo nicht. Auf der anderen Seite kann man ihnen vorwerfen, das Risiko zu scheuen. Wie auch immer man es auslegt, gute Songs haben sie in der Hinterhand. Neueinsteiger ins Stoner/Doom Genre sollten erstmal eine der Szenegrößen antesten. Wer sich aber schon an Alben von Down oder Crowbar satt gehört hat (als ob das möglich wäre), kann den Franzosen mal eine Chance geben. „Old Days“ hat nämlich, vor allem in der ersten Hälfte, unüberhörbare Qualitäten und lässt auf die Zukunft hoffen. Es gab schon wahrlich schwächere Debüts.

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