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Goatfuck: Y

Ein bisschen schrauben am Sound würde nicht schaden
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal, Punk
Spielzeit: 45:58
Release: 08.11.2019
Label: Eigenproduktion

Erfrischend kurz gehalten ist er, der Titel der Debüt-Full-Length von Goatfuck: „Y“ heißt das gute Stück, das bereits im November digital und auf Tape erscheinen durfte, und genau diese Frage stellt man sich derzeit eigentlich täglich. Umso passender, dass die Leipziger sich schwarzmetallisch-misanthropisch geben, ohne dabei die Genres rechts und links des Weges außer Acht zu lassen: Neben dem üblichen Black-Metal-Gekeife bekommt der geneigte Hörer als Beilage noch eine Prise Thrash und vor allem eine ordentliche Portion Punkrock serviert.

Entsprechend ihrer musikalischen Ausrichtung kann man bei „Y“ wahrlich nicht von einer aufpolierten Platte sprechen; es rumpelt an allen Ecken und Enden, allerdings steht zumindest der Gesang im Vordergrund, man hat also soundtechnisch schon deutlich schlimmeres gehört, zumal für ein Debüt ohne Labelunterstützung. Titelmäßig geben sich Goatfuck ebenfalls düster: „Ritual Mass Suicide“, „Century Of Inner Darkness“, „Whisky Slut“ - da weiß man dann doch recht schnell, woran man ist.

Ist aber gar nicht so schlecht, denn Goatfuck ziehen ihr Ding durch und zeigen sich dabei erfreulich konsequent. Tatsächlich kommt mit Tracks wie „Whisky Slut“ ein ordentliches Black‘n‘Roll-Feeling auf, da muss man auch Sänger Necrologue noch mal gesondert hervorheben, der hier wirklich einen sauguten Job macht und sich auch auf dem Rest der Platte keine Blöße gibt. Überhaupt, nachdem man den ersten, doch etwas räudigen Eindruck verdaut hat, macht „Y“ eine recht gute Figur: Da baut sich das düstere, von Tempowechseln durchzogene „Century Of Inner Darkness“ mit seinen deftigen Blastbeatattacken (denen eine etwas druckvollere Produktion tatsächlich gut getan hätte) wie eine Mauer auf, mit „Suicide Note“ hat die Truppe einen tollwütigen Köter von der Leine gelassen, der bissig in alle Richtungen austeilt und trotzdem eine erstaunlich tanzbare Gitarrenpassage sein Eigen nennen kann, und das etwas stumpfe, aber flotte finale „Drink With Me“ wird sicherlich auch live für das ein oder andere feuchtfröhliche Gelage sorgen.

Insgesamt machen Goatfuck hier vieles richtig, einzig die Produktion lässt manchmal etwas zu wünschen übrig. Auf einer knappen Dreiviertelstunde sind einige starke und eine Menge solider Songs versammelt, die dazu beitragen, dass man die Band sicherlich auch bei der nächsten Veröffentlichung im Hinterkopf haben wird. Wenn die Konzertesaison wieder starten darf, sollte man sich die Truppe vielleicht auch mal live zu Gemüte führen – mit dem richtigen Sound kommt hier bestimmt ordentlich Stimmung auf.

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