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Gnô: Cannibal Tango

Ein interessantes Album für Experimentalisten und Rock-Fans
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Metal, Crossover
Spielzeit: 65:11
Release: 10.06.2011
Label: Sensory/The Laser’s Edge

Gnô sind ein bisschen anders, ein bisschen chaotisch, ein bisschen bizarr. Crossover in Reinkultur, wenn man so will. Da muss man sich nur das Cover der aktuellen Scheibe „Cannibal Tango“ anschauen, sofern einen der Titel noch nicht von der Merkwürdigkeit des Trios überzeugt hat. Von Frankreich aus wollen Basser Gaby Vegh, Drummer Peter Puke (mal ehrlich, der Nachname kann doch nicht echt sein) und Gitarrist Christophe Godin die Musikwelt mit ihrer leicht spleenigen Mischung aus Prog Metal, Rock und Groove infiltrieren. Zusätzlich zur allgemeinen Verwirrung prügeln sich auch noch alle drei Protagonisten um das Mikro. Das kann ja was werden.

Tatsächlich kommt man aus dem leicht konfusen Zustand bei den ersten drei oder vier Durchläufen nicht heraus. Gewöhnt man sich aber erstmal an die auf den ersten Blick unstruktierte Vorgehensweise der drei Franzosen, kann man sich das Grinsen des Öfteren nicht verkneifen und sogar der sonst eher leidige Zustand, dass nach dem finalen Track erstmal minutenlange Stille herrscht, wird dadurch aufgewogen, dass in den letzten vier Minuten eine A-cappella-Version von „Fever (The Battle Rages On)“ vorgetragen wird, die durch das Fingerschnippen nicht nur einen coolen Fünfziger-Jahre-Touch bekommt, sondern durch die ständigen Lachsalven der Bandmitglieder auch die ganze Platte ordentlich auflockert.

Unerwartet hart startet das Zweitwerk der Jungs mit „Here I Stand“ und einer ordentlich brutzelnden Gitarre, im Refrain wird dann auf klaren Gesang und halbwegs ohrwurmige Melodie gesetzt. Dass Gnô das besser können, zeigt dann aber direkt das nachfolgende „In My Place“, das zu Beginn leicht schunkelnd mit Ska-Rhythmen daherkommt und in einem astreinen Alternative/Southern Rock-Refrain mündet.

Mit dem Titeltrack haben sich die Herren dann eine bandeigene Hymne geschaffen, die gleichzeitig düster (durch den Bass), tanzbar (durch die flirrenden Gitarren) und kautzig (der dreistimmige Gesang macht’s möglich) daherkommt und wieder herrscht hier vor allem im Refrain ein gewisses Mitsing-Feeling, das bei vielen Gnô-Songs zum Vorschein kommt. Vielseitig sind die Franzosen aber, das muss man ihnen lassen: Von groovigen Alternative Rockern à la „Get Out Of My Way“ über heftige Metalattacken wie bei „Hate Incarnate“ und schreiende Rock’n’Roll-Gitarren in „Russian Girls“ können die Drei mit so ziemlich allem auftrumpfen, was der gemeine Rocker sich zum Entspannen, Ausrasten und Zudröhnen vorstellen kann.

Richtig schön fällt dann auch das mit ausufernden Gitarrensoli gespickte „Be My Pride“ aus, bevor „Fathers & Sons“ und „Inner Feelings (Silence)“ im Doppelpack einen sehr guten Abschluss mit viel Dynamik, Tanzbarkeit und der inzwischen recht unverkennbaren Ohrwurmmelodie im Refrain abgeben. Besonders das Ende der Platte zeigt, dass sich Fans experimenteller Rockmusik hier durchaus das ein oder andere Mal komplett durch die Tracks hören können, ohne sich zu langweilen. Ein paar mehr Highlights hätten „Cannibal Tango“ sicherlich nicht geschadet, nichtsdestotrotz sollte das Album durchaus den Weg in ausreichend viele CD-Spieler finden, um den Namen Gnô ein bisschen bekannter zu machen.

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