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Gnarwolves: Outsiders

Gnarwolves zeigen sich noch ein bisschen schüchtern
Wertung: 7/10
Genre: Punkrock, Alternative Rock
Spielzeit: 33:23
Release: 05.05.2017
Label: Big Scary Monsters

Die britischen Punks Gnarwolves klingen ein bisschen als kämen sie aus einer deprimierenden Arbeiterstadt, tatsächlich campiert die Truppe aber im offenbar recht aufgeschlossenen und trendigen Brighton. Nichtsdestotrotz mutet der Sound der neuen Platte „Outsiders“ teils recht roh und aggressiv an, womit die drei Herren sich augenscheinlich endgültig aus den teenage years verabschieden. Kein Wunder, war doch bereits die letzte Platte „Adolescence“ betitelt.

Mit „Outsiders“ tun die drei Briten sich unrecht, denn die zehn Tracks entpuppen sich keineswegs als besondere Außenseiter – geboten wird flotter Punkrock mit ein paar Folk- und Oi-Anleihen, Stile, die gemeinhin zu beinah jeder Lebens- und Stimmungslage passen.  Trotz der unterschwelligen Rohheit haben sich die Briten ihren Sinn für Melodien bewahrt – schon im Anspieltipp-Opener „Straitjacket“ mit der recht gruseligen Refrainzeile „I was born in a straitjacket“ kommt die Mischung verdammt gut rüber, der breite Akzent tut sein übriges, um den Sound noch eine Spur angriffslustiger klingen zu lassen.

Nach dem überzeugenden Einstand geht es eher solide weiter – Gnarwolves präsentieren sehr gute, aber nicht vom Hocker hauende Punkrocksongs wie „Paint Me A Martyr“, erst zu „Talking To Your Ghost“ kann man wieder aufhorchen, mischen sich hier doch britische Schwermütigkeit mit einer Gitarre, die sehr an die Punkrocker der Neunziger erinnern, Bands wie Green Day und Blink-182 springen einem da automatisch ins Gedächtnis. Der Song besitzt aber eine Eingängigkeit, der man sich nur schlecht entziehen kann – also ab auf die Liste. Mit „Channeling Brian Molko“ wird dann mal in flottem Galopp dem Placebo-Frontmann gehuldigt, Drummer Max legt hier eine richtig starke Performance hin, überhaupt wagt das Trio hier etwas düsterere Töne, was erstaunlich gut funktioniert.

Gnarwolves werden ihrer eigenen Bezeichnung „party music“ keineswegs gerecht, viel zu wenig Oberflächlichkeit herrscht auf der neuen Platte, um dieses Prädikat irgendwie zu rechtfertigen. Gott sei Dank, denn „Outsiders“ ist eine ziemlich gute Sammlung von Punkrock-Songs geworden – mit Melodien sparen die Brightoner nicht, setzen diese aber so gekonnt ein, dass es kaum Momente gibt, die man wirklich als „poppig“ beschreiben könnte. Sieben Zähler sind hier auf jeden Fall drin und wenn die Truppe noch ein bisschen mehr aus sich herauskommt, könnte das nächste Album einen weiteren deutlichen Schritt nach vorne machen.

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