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Gloryful: Ocean Blade

… mit Potenzial, die Power-Metal-Geschichte mitzuschreiben…
Wertung: 8/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 47:03
Release: 25.04.2014
Label: Massacre Records

Markige Worte lässt da das Label schon im Vorfeld der Veröffentlichung verlauten: „Hoffnungsträger des deutschen Heavy Metal“ oder auch, dass sich die Gelsenkirchener mühelos vom Einheitsbrei des Power Metal abheben würden. Hört hört, nicht wenige Bands sind genau an solch geschürten Erwartungen gescheitert. Von Vorteil dürfte für Gloryful allerdings sein, dass sie sich im Pott einem gnadenlosen Konkurrenzkampf stellen müssen, denn wohl nirgends in Deutschland gibt es eine solche Dichte an hochklassigen Bands, die nur darauf warten, im richtigen Augenblick am richtigen Ort zu sein.

Das Power-Metal-Quintett aber lässt sich da kaum beirren, spielt fast an jeder sich bietenden Steckdose und hat seit dem Debüt „The Warrior’s Code“, welches erst vor gut elf Monaten das Licht der Metalszene erblickte, nichts dem Zufall überlassen, um beim zweiten und nun vorliegenden Rundling „Ocean Blade“ nicht nur schnell, sondern auch mit aller Produzentenmacht nachzulegen. Wieder einmal lag es in Dan Swanös Produzentenhänden, dem Album den passenden Duft des Erwachsenwerdens zu verpassen, Charles Greywolf von Powerwolf riss sich zudem förmlich darum, beim Mastern noch ein Schippchen Power bei diesem Konzeptalbum draufzulegen.

Richtig gelesen, Gloryful hauen mit "Ocean Blade" ein Konzeptalbum heraus und erzählen die Geschichte der Meeresgöttin Sedna aus der Inuit-Mythologie weiter. Passend zum Albumtitel wird der Hörer zu Beginn vom Meeresrauschen umgarnt, bevor dann die ersten Gitarrenriffs des Openers „Hiring The Dead“ einen aus den Südseeträumen reißen. Im unheilschwangeren Stampfrhythmus gehen Gloryful auf große Jagd nach der perfekten Melodie im Refrain und nähern sich ihr an, die Leadklampfe umspielt Johnnys Gesangsarrangement wie die weiße Gischt den Bug und ein nur kurz eingebundenes, vom Bass begleitetes Meeresrauschen sorgt für eine kleine Ruhephase. Beim ersten Track verwundern die Gelsenkirchener insofern, dass sie eigentlich gerne ausgiebige „Woohoo“-Chöre einbauen, hier zwar nicht ganz drauf verzichten, sich aber deutlich zurückhalten.

Dieses gilt dabei auch für das ganze Album, welches mit der Double-Bass-Speed-Granate „El  Mare, E Libertad“ jetzt so richtig Fahrt aufnimmt und gerade durch die Leadgitarre, die schon sehr früh mit aller melodischen Macht für erste Glücksmomente sorgt, verfeinert wird. „All Men To The Arms“ und auch „The Master’s Hand“ stehen dem nicht minder nach, wobei bei letzterem Gloryful nicht durchweg losballern, sondern auch geschickt das Tempo variieren und durchaus vermehrt epische Parts einbinden.

Auf der „Ocean Blade“-Speisekarte scheint eh Abwechslung in großen Lettern eingebrannt zu sein, denn während der Titeltrack mit teilweise Helloweenesken Gitarrenläufen aufwartet und in den Soli die eiserne Jungfrau bei den Inuit vorbeischaut, so sticht bei „Cradle Of Heroes“ die Mischung aus stampfenden und bretternden Parts heraus, was aber locker durch den mehrstimmigen Gesang im Refrain, gepaart mit ein paar Gangshouts, getoppt wird. Epische Leadgitarren untermalen „McGuerkin On The Bridge“, und wenn man bei den Liveshows ganz genau hinschaut, dann schwebt ganz sicher der Geist dieses Kerls im Konzertsaal herum.

Na klar, Musik ist Geschmacksache, das wurde in der The-Pit.de-Redaktion schon mehr als ausführlich diskutiert (gelle, Herr Redigierer!). Erneuten Anstoß für heftige Debatten liefert das Shanty „Black Legacy“, wo man dem Quintett gerne zurufen mag, dass man durchaus anerkenne, dass der Song zur Storyline passe, aber bitte: Die Mischung aus blinden Wächtern meets Folk ist schlichtweg nur langweilig und den Streichereinsatz sollte man in dieser Form lieber Skyclad & Co. überlassen. Da kann man lieber das Outro „Ocean Legacy“ erwähnen, wo eben jene Streicher des Thema des Shantys aufgreifen und durch Meeresrauschen dem Ende der Platte zugeführt werden. Auch „Siren Song“ fällt ein wenig ab, bekommt aber durch den Frauengesang später doch noch die Kurve und schickt sicherlich schöne Leadmelodienklampfengrüße gen Hansestadt zu den rennenden Wilden.

So unrecht hat das Label nicht, wenn sie vom Hoffnungsträger des deutschen Power Metal spricht, doch Gloryful sehen sich da in guter Gesellschaft zahlreicher anderer Truppen, die zum Sprung in höhere Punkteränge ansetzen. „Ocean Blade“ hat viele Höhen und nur ganz wenige Tiefen, dazu in Johnny La Bomba einen Mann am Mikrofon, den man unter den anderen Shoutern locker heraushört. Schiff ahoi, da will man doch glatt mitsegeln, und so ungewiss die Zukunft ist, so sicher haben Gloryful das Potenzial, diese mitzuschreiben.

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